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Demonstration gegen die geplante Schweinemastanlage in Allstedt am 15.10.2005

 

Am gestrigen Sonnabend hatte die Bürgerinitiative gegen die Mastanlage zu einer Protestveranstaltung

in Allstedt aufgerufen, um gegen den Verkauf des ehemaligen Militärflughafens Allstedt an die holländischen

Investoren Nooren und gegen den Bau der Schweinemastanlage zu demonstrieren. Viele hundert Menschen

folgten diesem Aufruf und versammelten sich um 14 Uhr vor dem Allstedter Rathaus zu einer

Auftaktkundgebung. Der Karnevalsverein von Allstedt hatte einen Wagen mit Lautsprecheranlage zur

Verfügung gestellt. Auch wir als Vertreter unseres Landesverbandes und des Kreisverbandes Sangerhausen

der Tierschutzpartei waren anwesend. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Sangerhausen, Herr Ruzicka,

und Mitglieder der Bürgerinitiative sprachen zu den Bürgerinnen und Bürgern.

 

Danach ging es in einem Protestzug durch Allstedt, viele Demonstranten trugen Transparente oder Holzkreuze,

um zu verdeutlichen, dass der Bau der Schweinemastanlage der gesamten Region schaden würde, vor allem

unter ökologischen und touristischen Gesichtspunkten. Am Platz Unter den Linden versammelte sich der

Protestzug zur Abschlusskundgebung. Es folgten zahlreiche Redebeiträge von Mitgliedern der Bürgerbewegung,

von Undine Kurth (Grüne), Herrn Hans-Dieter Krause (Vorsitzender des Gewerbevereins Allstedt), Frau

Wartenberg (Vier Pfoten), Herrn Rainer Hoffmann (Pfarrer der Gemeinde Wolferstedt) und anderen. An einem

Infostand gab es Informationsmaterial zum Thema Massentierhaltung und die Bürgerinnen und Bürger

konnten sich in Unterschriftslisten gegen die Schweinemastanlage eintragen. Die Veranstalter freuten sich

über die große Teilnahme an der Demonstration, es wird sicherlich noch nicht die letzte gewesen sein. Der

Finanzminister, Herr Prof. Paqué, war trotz Einladung nicht erschienen, er ließ sich entschuldigen. Es ist zu

bemerken, dass nun im Wahlkampf vor der Landtagswahl 2006 Politiker von Grünen und SPD sich hier einbringen,

obwohl man von ihnen diesbezüglich vorher nichts vernommen hat!

 

Der Kampf ist noch nicht verloren und die Menschen werden weiterkämpfen, ob nun in Allstedt, Mahlwinkel oder

Haßleben. Sie werden sich weiter zur Wehr setzen, um die Baugenehmigung für die Schweinemastanlagen zu

verhindern, das machte die kämpferische Einstellung der Demonstranten gestern erneut deutlich.

 

Weitere Informationen unter: www.schweinefabrik-allstedt.de

 

                                        

 

 

Fotos von der Protestveranstaltung in Allstedt:

 

 

 

 

 

   

 

Protestschreiben vom Deutschen Tierschutzbund, vorgelesen von Herrn Ruzicka, Kreisverband

Sangerhausen, auf der Demo in Allstedt:

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tierschützerinnen und Tierschützer,

 

kein Platz, kein Licht, kein Leben. Das ist auf den Punkt gebracht die Zustandsbeschreibung aus den Stallungen

- oder besser "Produktionsstätten" - der industriell geprägten Schweinemast. Das ist auf den Punkt gebracht auch

das, was sich in der Region Allstedt ereignen wird, wenn die Pläne der holländischen Investoren umgesetzt werden.

95.500 Tiere sollen in der geplanten Anlage untergebracht werden. Die Jahresdurchgangszahl liegt bei gigantischen

191.000 Tieren. Der DTSB lehnt dies nicht nur aus Tierschutz-, sondern auch aus Umwelt- und

Verbraucherschutzgründen konsequent ab. Mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln werden wir gegen den

Bau einer solchen gigantischen Schweinezucht- und Mastanlage kämpfen. Unser Motto "nicht hier - nirgendwo" ist

wörtlich zu nehmen. Gemeinsam müssen wir solche Projekte verhindern - egal ob in Allstedt, Mahlwinkel, Immenroda,

Thüringen, in Hassleben, Brandenburg oder anderswo. Die zu erwartenden Qualen für die Tiere in einer solchen

Anlage sind erschreckend: Die Schweine werden, so unsere bisherige Kenntnis über das Bauvorhaben, in Gruppen

auf Vollspaltböden gehalten. Diese Haltungsformen führen dazu, dass diese an Kreislaufschwäche, Gelenk-,

Muskelkrankheiten, Druckstellen und Klauenverletzungen leiden. In dieser Form der industriell geprägten Tierhaltung

wird es zu ausgeprägten Verhaltensstörungen wie z.B. Schwanzbeißen bis hin zum Kannibalismus kommen. Diese

unendliche Tierqual werden wir nicht hinnehmen. Neben den gravierenden Tierschutzproblemen wird auch die Umwelt

durch eine Inbetriebnahme einer solchen industriellen Massentierhaltung dauerhaft geschädigt. Der Gülleanfall beträgt

ca. 123.000 qm im Jahr. So ist mit 80 bis 100 Gülletransporten je Woche zu rechnen. Die anfallende Gülle für diese

Region zerstört unweigerlich Bäume, die Gewässer und verpestet noch dazu die Luft. Diese Umweltzerstörung hat

entsprechend schlimme Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige wie den Tourismus, die Orte um Nebra mit der

Sternscheibe, oder das Rosarium in Sangerhausen, nur zwei dieser nahe liegenden, für uns wichtigen Touristenorte

in unserer Region genannt, wo der Mief der Gülle mit Sicherheit Einfluss auf die Anzahl der Touristen nehmen wird.

Zudem werden viele kleinbäuerliche Betriebe, für den dann bestehenden verschärften Preiskampf, ihren Hof aufgeben

müssen. Das von den Investoren immer wieder angeführte "Arbeitsplatzargument" ist da nicht nur ein "Nullsummenspiel",

sondern eine "Minusbilanz" für diese Region Allstedt und das Land Sachsen-Anhalt.

 

Trotz des Grundstücksverkaufs an den Investor darf der Protest gegen diese geplante Anlage nicht nachlassen - im

Gegenteil: Mit vereinten Kräften müssen wir noch konsequenter gegen diesen Wahnsinn vorgehen, der nicht nur für

die Tiere schlimme Qual bedeutet, sondern auch den Menschen und ihrer Region nachhaltig schadet. Auch wenn man

in der Presse vernehmen konnte, dass der ehemalige Hüter des Umwelt- und Tierschutzes unseres Bundeslandes,

Herr Rehahn, sich wörtlich dazu geäußert hat: "Wir wollen uns auf die Gegner des Projektes zu bewegen, jetzt soll

ein Bauantrag für nur 27.500 Tieren gestellt werden".

 

Übrigens, am kommenden Montag wird der Kreistag von Sangerhausen über die neuen Details von diesen Herren

informiert. Europas größte Schweinefabrik entsteht nicht mehr auf dem Flugplatz in Allstedt, sondern sie soll jetzt

auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Mahlwinkel in der Altmark entstehen. Der für uns unverständliche Verkauf

des Flugplatzes Allstedt mag von uns nicht verhindert worden sein. Aber wir werden die bald anstehenden

Genehmigungsverfahren nutzen, um den Bau zu stoppen. Der DTSB und die ihm angeschlossenen über 700

Mitgliedsvereine stehen an ihrer Seite. In Hassleben z. B. unterstützen wir die dortige Bürgerinitiative mit

Rechtsanwälten und Gutachten. Wenn es uns dort gelingt, den Bau in Hassleben zu verhindern, dann ist das auch

ein Signal für Allstedt. Der DTSB kämpft zur Zeit in Hassleben und wir werden auch in Allstedt gegen Tierqualen

kämpfen.

In tierschützerischer Verbundenheit, W. Apel, Präsident des DTSB

 

Die Tierschutzpartei in Sachsen-Anhalt ist erstaunt über dieses unbeschreibliche Verhalten dieser Landesregierung

CDU/FDP. Diese Parteien dulden auch die Zerstörung unserer Natur und Fauna, in dem sie den ehemaligen

SDP-Landwirtschaftsminister Helmut Rehhahn schalten und walten lassen, wie er will. Dieser Mensch nutzt diese

in seiner Ministerialzeit erworbenen Kenntnisse sowie Beziehungen aus und verschleudert die Ländereien unseres

Bundeslandes für unverschämte Minipreise an holländische Investoren. Er verscherbelt das von der Natur wieder

zurückgeholte Land und Biotop, praktisch das Erbe unserer Kinder und Nachkommen. An diesen, zum Teil mit

mehreren Millionen von EU-Geldern sanierten Ländereien, wird Mord an Umwelt und Natur begangen, unsere

Steuergelder werden verschleudert und diese Landesregierung unterstützt diesen Umweltvernichter auch noch,

statt ihm das Handwerk zu legen. Wir werden dieser Sache nachgehen, sobald dieses Angebotsverfahren

abgelaufen ist. Nach den uns vorliegenden Unterlagen kann dieser Verkauf nicht mit rechten Dingen zugegangen

sein. Der Zuschlag war bei 2,6 Millionen Euro, die hätten von dem Bieter Nooren gezahlt werden müssen, aber er

hat nur einen unverschämten Minipreis von 865.000 Euro gezahlt, was ist mit der Differenzsumme von 1,735

Millionen Euro geschehen? Wo sind diese geblieben? Kann diese Landesregierung auf diese Summe überhaupt

verzichten?

 

Unser Vertrauen für diese Landesregierung und den Politikern auch bundesweit nimmt ständig ab. Die

Selbstbereicherung dieser steigt. Nur wenige Politiker haben für uns noch einen Vorbildcharakter und besitzen

unser Vertrauen. Gespart wird wie immer bei den Schwächsten, bei Familien, den Kindern, den Senioren,

bei der Bildung, der Gesundheit, der Umwelt sowie beim Tierschutz. Das beste Beispiel erleben wir hier und heute

in Allstedt. Wir werden diese Regierung für Folgeschäden regresspflichtig machen. Diese Landesregierung gehört

abgewählt, Ministerpräsident Böhmer soll mit seiner Truppe nach Hause gehen, aber ohne übermäßige Abfindungen.

 

Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, haben im März 2006 die Möglichkeit dazu, diesen Politikern Ihre Meinung und Ihr

Verhalten zu zeigen. Seien Sie mal ehrlich zu sich selbst und zeigen Sie Flagge. Vielleicht haben Sie bis dahin Ihre

Wut und Unverständnis noch nicht vergessen und geben Ihren Mitstreitern und anderen Parteien bei der kommenden

Landtagswahl mit Ihren Stimmen eine Chance!

 

Wilhelm Ruzicka

Vorsitzender des Kreisverbandes Sangerhausen der Partei Mensch Umwelt Tierschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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