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Gedenken an den 6. Schöpfungstag
Kranzniederlegung vor der
Staatskanzlei und anschließende Vesper im Magdeburger Dom
Beeindruckend war die Demonstration der Tierschützer. Vor
der Staatskanzlei wurde Sachsen-Anhalt zu
Grabe getragen, worüber Ministerpräsident Böhmer am
nächsten Tag, als er die Kränze sah, sehr verärgert
reagierte. Welch Zumutung ist es auch, wenn Bürger ihr
grundgesetzlich garantiertes Versammlungsrecht
wahrnehmen und es wagen, ihre Meinung zu äußern!
In der nachfolgenden Festveranstaltung im
Magdeburger Dom verwies Domprediger Quast auf den 6.
Schöpfungstag. Mensch und Tier wurden am
selben Tag erschaffen. Der Mensch soll nicht der Diktator
über die Mitgeschöpfe sein. Diese sind ihm
anvertraut. Sie erhalten vom Menschen ihren Namen und
werden so aus der Anonymität geholt. Er
betonte: Was wir den Tieren antun, wird gegenüber der Schöpfung
und Gott getan.
Das ZDF berichtete...
Pressemitteilung: Tierschutzpartei des Landesverbandes Sachsen-Anhalt schlägt
Alarm
Mit großer Sorge verfolgt die Partei Mensch Umwelt
Tierschutz/Die Tierschutzpartei die Entwicklungen
bezüglich der enorm vielen Massentierhaltungen gerade in
unserem Bundesland. Immer mehr holländische
Investoren nutzen die prekäre wirtschaftliche Situation in
den neuen Bundesländern aus, vor allem in der
Landwirtschaft und in unserem Land. Es werden Investitionen
für Schweinehaltungen ungeahnten Ausmaßes
vorgenommen, die in Holland und anderenorts gar nicht erst
gestattet oder zugelassen werden. Der ehemalige
Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Dr. H.
Rehhahn, beteiligt sich sehr aktiv an dieser „Schweinerei“
und an dem Ausverkauf unserer Ländereien. Es sollte doch
jeder darüber im Klaren sein, was Intensivhaltung
bedeutet:
Mit einem Minimum an Arbeitskräften und wenig Arbeitsaufwand ein
Maximum an Fleisch zu produzieren.
Die wenigen Arbeitsplätze, die dabei geschaffen werden,
wiegen die enormen Nachteile und negativen Einflüsse
für die dort wohnenden Menschen, die Umwelt und natürlich
auch für die Tiere nicht auf. Die Vernichtung von
vielen Arbeitsplätzen in einheimischen
landwirtschaftlichen Betrieben und Zulieferfirmen sind vorprogrammiert.
Auch der Tierschutz wird bei diesen „Schweinefabriken“ in
jeglicher Art und Weise nicht beachtet. Fest steht,
dass das Fleisch der nicht artgerecht gehaltenen, gequälten
und gestressten Tiere für uns Menschen gesundheitlich
nicht gut sein kann. So fallen z. B. auf der geplanten
Mastanlage Flugplatz Allstedt, im südlichen Teil von
Sachsen-Anhalt gelegen, bei 95500
Tierplätzen (jährliche Durchgangszahl ca. 191000 Tiere) rund 123000
Kubikmeter Gülle im Jahr an. Das sind etwa 100
Tankfahrzeuge mit je 30 Kubikmeter wöchentlich oder 4100
Gülletransporte jährlich. Im Vergleich: etwa so viel Gülle,
wie in der Großstadt Halle in einem Jahr anfällt.
Die Antragsteller kündigen auch an, auf der Basis von
konkreten Vorschriften zum Schutz von Biotopen und
streng geschützten Arten ein Sachverständigengutachten zur
Bewertung der Erheblichkeit der Auswirkungen
des Vorhabens auf die Schutzgüter Pflanzen und Tiere
vorzulegen. Es wird aber auch zugleich ein
standortgerechter Umbau der angrenzenden Waldflächen mit
erhöhtem Laubholzanteil angekündigt, soweit sich
Bereiche im Umfeld der Schweinezucht und
–mastanlage ergeben, für die der Schutz vor erheblichen Nachteilen
infolge Schädigung empfindlicher Pflanzen und Ökosysteme
durch die Einwirkung von Ammoniak nicht
gewährleistet werden kann. Die Auswirkungen auf die Luft,
den Wald und die Natur durch Ammoniak ist
unverantwortlich. Diese Umweltzerstörung beinhaltet die
Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden sowie die
Entwertung von Eigentum.
Wer will
noch in einer derart geruchsbelästigten Gegend wohnen,
geschweige
investieren? Im Übrigen ist das Gelände des ehemaligen Flugplatzes
Bestandteil des vom Land
Sachsen-Anhalt so hoch geschätzten Naturparks. Es liegt
wenige Kilometer vom Fundort der Sternscheibe bei
Nebra. Solche Gebiete unterliegen dem besonderen
Schutz der deutschen Gesetze und denen der
EU-Staaten. Aber auch hier suchen die Antragsteller bereits
nach Schlupflöchern, indem sie auf
Ausnahmetatbestände hinweisen oder
vorhaben, solche zu erzeugen. Ausnahmetatbestände können
vorliegen, wenn das Projekt aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses
notwendig
ist. Ist denn eine so übermäßige Massenproduktion von
Schweinefleisch hier überhaupt notwendig?
Die Bürgerbewegung – Contra Schweinefabrik im Ziegelrodaer
Forst – und der Verein zur Förderung des
Umwelt- und Landschaftsschutzes Ziegelrodaer und Allstedter Forst e. V., u. a. auch mit Unterstützung des
Kreisverbandes Sangerhausen der Tierschutzpartei, haben es in vielen
Veranstaltungen und Demonstrationen
mit stichhaltigen Argumenten soweit
gebracht, dass die Landesregierung nach der Sommerpause nach nochmaliger
Überprüfung entscheiden wird, ob das Gelände für diese
Schweinemassentierhaltung an den Investor verkauft
werden soll.
Die nächste „Schweinerei“ dieser Art und Weise, wie es
in Allstedt und Ziegelrodaer Forst entstehen soll,
wird jetzt für die Zukunft auf der ehemaligen
Flugplatzanlage in Mahlwinkel geplant und soll dort gebaut werden.
Die ersten Probebohrungen haben diesbezüglich schon
stattgefunden.
Und dann die nächste „Schweinerei“ im Ortsteil Plätz
in der Gemeinde Bertkow in der Nähe von Osterburg. Ein
Landwirt aus dieser Gegend gibt sich dazu her,
Helfershelfer wieder für einen holländischen Investor zu sein,
der in seinem Heimatland keine Genehmigung mehr für so eine Schweinemastanlage in dieser Größenordnung erhält.
Die Tierschutzpartei
verurteilt diese Aktion auf das Schärfste!
Wir appellieren an die Bewohner dieser Gegend, mit
Demonstrationen gegen diese unverantwortliche Verschmutzung
und Vernichtung der Umwelt, der Natur und der nicht artgerechten Tierhaltung vor Ort zu protestieren
und mit
stichhaltigen Argumenten auch diese „Schweinerei“ zu verhindern!
Für uns, die
Tierschutzpartei, die Umwelt- und Naturschützer ist es unverständlich, dass
solche
Umweltverschmutzer und
Tierquäler hier in Sachsen-Anhalt mit offenen
Armen empfangen werden!
Es darf nicht sein, dass:
-
Tierfabriken dieses Ausmaßes
die landwirtschaftlichen Strukturen in unserem Land zerstören!
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Verdrängungswettbewerb ruiniert landwirtschaftliche Betriebe
-
Vernichtet mehr
Arbeitsplätze als neue entstehen.
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Schweinefabriken produzieren
Ammoniak, das zur Verschlechterung des Waldzustandes führt!
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Waldzustandsbericht 2004
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Erhöhte
Stickstoffeinträge führen zur Zunahme der Bodenversauerungen und zu
Überdüngungen
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Flora und Fauna
werden gefährdet und weiter geschädigt!
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Massenhafte Gülleentsorgung
gefährdet das Grund- und Oberflächenwasser!
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Gülle je nach
Größenordnung mit allen Begleitstoffen gelangen in die
Grundwassereinzugsgebiete
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bereits heute
sind die Sickergewässer stark nitratbelastet
-
diese
Zusammenhänge berücksichtigt die Düngemittelverordnung nicht, so dass weitere
Schäden zu befürchten sind
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Gesundheitliche Gefahren sind
zu befürchten!
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Nitrate belasten
das Grundwasser, die wichtigsten Trinkwasserressourcen
-
Mit
Gülledüngungen gelangen Antibiotika, Schwermetalle und andere Stoffe über den
Boden und das Grundwasser i
in die Nahrungskette (Antibiotikaresistenzen)
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Verbreitung von
Bakterien kranker oder toter Tiere und Übertragung auf Menschen
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Lärm und
Luftverunreinigungen durch zunehmende Transporte (Krebsgefahr)
-
Veränderungen der
Luftgleichgewichte durch erhöhte Ammoniak- und Ammoniumkonzentrationen
Landwirtschaftliche Klein- und Mittelbetriebe gewährleisten
schon durch ihre Größenordnungen viel eher die
Umweltverträglichkeit und die artgerechte Tierhaltung, die
dem Verfassungsrang des Tierschutzes sowie dem
Tierschutzgesetz entsprechen. Vor allem aber garantieren
sie weitaus mehr beständige Arbeitsplätze im
Vergleich zu den industriellen Schweinemastbetrieben.
Sollten trotz der vielen Proteste und Demonstrationen von
Bürgerbewegungen, Vereinen, Parteien und überhaupt
von Bürgern aus Sachsen-Anhalt diese
Massentierhaltungsbetriebe genehmigt werden, dann erwarten wir, dass
die Landesregierung, so wie in Allstedt, jedes Projekt
durch einen Beschluss genehmigt und somit die volle
Verantwortung – auch für die Folgen – übernimmt!
Peter Barczik, Vorsitzender des LV Sachsen-Anhalt
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