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Angeln für Kinder Zum Thema "Angeln für Kinder" traten in den vergangenen Tagen die Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und Anglern an die Öffentlichkeit:
Zum Bericht „Ein Riesenschwertfisch an der Angel“ vom 26.08.2006 in der Volksstimme Kritik am Royal Fishing Club Es ist immer das gleiche Bild: Grinsende Kindergesichter neben einem großen toten Fisch, dessen Tötung sie sicher ohne jegliche Gefühlregung oder gar lustvoll miterlebt haben. Dabei gibt es Bundesländer, in denen das Angeln erst für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen ist.
In Sachsen-Anhalt ist ja so vieles erlaubt, was anderswo aus gutem Grund nicht gestattet ist. Denken wir nur an die extrem hohe Anzahl von Tieren in der Massentierhaltung oder Versuche zur grünen Gentechik. Warum also nicht auch das Angeln schon für Kinder, getreu nach dem Motto: Tiere sind zum Töten da!
Wie wäre es, wenn es Tierfreunde im Rahmen des Anti-Gewalt-Konzeptes, das lobenswerter Weise von religiösen Gruppen und auch von Sportvereinen getragen wird, als ihre Aufgabe betrachten, den Tierschutz entsprechend einzubinden?
Peter Barczik, Vorsitzender des LV Sachsen-Anhalt der Partei Mensch Umwelt Tierschutz/Die Tierschutzpartei
Quelle: Magdeburger Volksstimme vom 31.08.2006
Wie zu erwarten war meldete sich daraufhin die "Anglerfraktion" mit einem zuckersüßen Bericht unter der Rubrik "Leser schreiben für Leser" zu Wort:
Kleine Angler lauern auf ersten großen Fang
Am vergangenen Wochenende veranstaltete die AWO Magdeburg mit ihrem Kinderheim Kannenstieg ein Angelwochenende am Barleber See. ... An den beiden Abenden wurden Steaks und Würstchen gegrillt, mittags gab es Nudeln mit Tomatensoße und Suppe mit Bockwurst. ... Für die geplanten Angelausflüge standen den kleinen Petrijüngern erfahrene Angler zur Seite, um die eine oder andere Havarie zu beseitigen und mitzuhelfen, dass manch kleiner Angler seinen ersten Fisch fangen konnte. Dass bis auf einen untermäßigen Hecht, welcher einem Tauwurm nicht widerstehen konnte und wieder schonend zurückgesetzt wurde, nicht viel anbiss, konnte dabei nicht wirklich enttäuschen. ... Am Sonntagmittag dann hieß es leider viel zu früh wieder Abschied zu nehmen. Alle waren begeistert und die abschließende Siegerehrung hielt für jeden Teilnehmer noch einen Preis bereit. Auch im Jahre 2007 wird man wieder zusammenkommen, um gemeinsam ein erlebnisreiches Wochenende zu verbringen.
Quelle: Volksstimme vom 06.09.2006, Leserzuschrift des Frank Preetz, Vors. AV Eichenweiler Magdeburg e. V.
Nachtrag: Wenn´s langweilig wird, kann man zur Abwechslung die Minis auch schon mal mit den Freuden einer Treibjagd bekannt machen...
Und prompt setzte dann am Folgetag noch einer dieser Angelfreunde eins drauf:
Kinder, die angeln, beschäftigen sich sinnvoll
Aus eigener Erfahrung und vielen Kontakten mit blutrünstigen Eidgenossen kann ich die Partei Mensch Umwelt/Tierschutz in ihren Ansichten bezüglich des Angelsports nur unterstützen. Da werden doch tatsächlich Heimkindern ein paar tolle Urlaubstage in der Natur gewährt. Es wird den Kindern die Faszination der Fischwaid ein Stück näher gebracht - Frechheit!
Diese Heimkinder sollten lieber vor dem Fernseher sitzen und Natursendungen schauen. Von den Organisationen der Anglerschaft (VDSF, DAV) hört man viel in verschiedenen Medien über ihr Engagement im Naturschutz, bei der Hege und Pflege der Gewässer und ihrer Uferzonen. Von den so genannten Naturschützern hört man nur Polemik. Lieber Peter Barczik, Kinder, die angeln, beschäftigen sich sinnvoll.
Sie lernen die Natur zu schätzen. Sie erlernen den waidgerechten Umgang mit der Kreatur. Neben dem Erholungseffekt bietet der Angelsport die Aussicht auf ein gesundes zeitgemäßes Nahrungsmittel - den Fisch. Liebe selbst ernannte Naturschützer - Umweltschutz hört nicht an der Wasseroberfläche auf!
Quelle: Volksstimme vom 07.09.2006, Leserzuschrift eines Herrn Thomas Kriebitzsch aus Magdeburg
Zum Angeln gibt es genügend Alternativen
Das Angeln ist nicht so beschaulich, wie Herr Kriebitzsch es vermitteln will. Viele Leser werden sich erinnern, wie erschrocken und entsetzt sie waren, als sie zum ersten Mal gesehen haben, wie ein Fisch getötet wird. Dieses ursprüngliche Mitleid mit dem Tier wird dann aberzogen. (Der Mensch ist ein Meister darin, das, was er nicht sehen will, auszublenden.) Wir meinen, dass das Mitfühlen mit jedem schmerzempfindlichen Lebewesen bei weitem mehr dem Menschsein entspricht. Bereits ein Kind (, dessen Persönlichkeit noch nicht ausgereift ist,) in fröhlicher Runde mit dem Töten vertraut zu machen und dies als scheinbar einzige Alternative zum Fernsehkonsum (bei dem zumindest Altersbeschränkungen für Filme bestehen) darzustellen, ist verantwortungslos und zeugt von erschreckender Fantasielosigkeit des Autors. Schwimmen, lesen, basteln, schnitzen, singen, klettern, reiten, toben oder Ball spielen sind nur einige Beispiele für Beschäftigungen, denen man in freier Natur nachgehen kann, ohne ein Tier zu töten.
Bettina Fassl Quelle: Magdeburger Volksstimme vom 09.09.2006, der Text in Klammern wurde nicht gedruckt
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