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Einsatz für ein neues Tierheim

 

 

Gemeinsames Ziel von Stadtrat und Verwaltung war bis zu dem unsäglichen Beschluss vom 04.05.2006, der ausgerechnet von der damals noch für unsere Partei stehenden Stadträtin Kriese initiiert wurde, die Errichtung eines neuen Tierheimes in Magdeburg.  

 

Bereits im Jahr 1999 platzte das alte Tierheim aus allen Nähten. Eine Kapazitätserweiterung war nicht möglich. Das Heim liegt inmitten eines Wohngebietes und ist nur im Rahmen des Bestandsschutzes zulässig. Die Tiere müssen nach Dienstschluss bis zum nächsten Tag und auch an den Wochenenden und Feiertagen weggesperrt werden, um eine Lärmbelästigung der Anwohner einzuschränken. Die Aufnahme der Hunde stieg von 414 im Jahr 1990 auf 723 im Jahr 1999. Dieser Anstieg ist auf die Zunahme der Tierhaltung in Magdeburg zurückzuführen (ca. 5.000 Hunde im Jahr 1990, ca. 11.000 Hunde im Jahr 2006). Die Diskussion über die Kampfhundeproblematik setzte erst im Jahr 2000 ein.  

 

Die Bausubstanz des Tierheims, das Anfang der 70er Jahren errichtet wurde, wird als marode eingeschätzt. Die ständig erforderlichen Instandhaltungskosten übertreffen langfristig in der Summe den Bau eines neuen Tierheims.  

 

War man sich dem Grunde nach über den Neubau einig, so scheiterte dann das Projekt vornehmlich an der Einigung über einen geeigneten Standort. Der von der Verwaltung als rechtlich zulässiger und geeigneter Standort ermittelte Platz am Thauberg scheiterte wegen des massiven Eintretens des vor Ort ansässigen Stadtrates Wigbert Schwenke (CDU). Die Spaltanlage in Rothensee, die von der Verwaltung zuvor NICHT als bevorzugter Standort ermittelt wurde, wurde daraufhin als Ersatzstandort beschlossen.   

 

Als die Kosten dieses Ersatzstandortes wegen nicht einschätzbarer Kontaminationen in Frage gestellt wurden, wurde ein Tierheim-Ausschuss eingesetzt. In dieser Situation bot der Verein „Magdeburger Bündnis der Hundefreunde e. V.“ zur Beschleunigung an, am Standort Holsteiner Straße 50, der von der Verwaltung bereits als grundsätzlich geeignet eingestuft worden war, auf einer Fläche von 22.000 qm das Tierheim zu errichten und zu betreiben. Ein Gutachten untermauerte die Eignung, der Tierheim-Ausschuss empfahl ihn und so beschloss der Stadtrat am 16.01.2006, dass der Oberbürgermeister mit dem Verein Verhandlungen aufzunehmen habe mit dem Ziel, dass an der Holsteiner Straße 50 der Neubau zu errichten und vom Verein betrieben werden soll. Kein utopisches Konzept, sondern deutschlandweit über

400 Mal erprobt und erfolgreich umgesetzt. Der Verein kaufte das Grundstück und legte sowohl Pläne der Architektin Sabine Specht als auch die Zusage über die Finanzierung seitens der Volksbank Magdeburg vor. Im Herbst 2007 hätte das neue Tierheim eingeweiht werden können.      

 

Details zum Verlauf der Verhandlungen des Vereins mit der Stadt sind auf der Seite www.magdeburger-tierheim.de nachzulesen.   

 

Noch während der Verein mit der Stadt verhandelte, sprach sich ausgerechnet die Stadträtin Kriese im TV öffentlich GEGEN die Betreibung von Tierheimen durch Vereine und verunglimpfte mit einem Schlag alle zahlreiche aktive Tierschützer in ganz Deutschland! Der Wortlaut des TV-Interviews wird im Anschluss an diesen Artikel eingestellt.  

 

Schon am 13.04.2006, also noch während der Verhandlungen des Vereins mit der Stadt, formulierte Stadträtin Kriese den Antrag, der zur Katastrophe führte! Über die Hälfte der Stadträte stimmte dagegen oder enthielt sich. Trotz alledem reichte es mit Unterstützung der CDU,

das jahrelange Hoffen auf ein neues Tierheim vom Tisch zu wischen!  

 

Unser Landesverband unterstützte von Anfang an die Initiative des Vereins und arbeitete aktiv an der Konzeption mit. Mit Mahnwachen, initiiert von der Bürgerinitiative „Pro Tierheimneubau!“, durch Begleitung des Tierheim-Ausschusses, Diskussionen mit den Stadträten, Pressearbeit und nicht zuletzt durch private finanzielle Unterstützung wurde das Projekt vorangetrieben.  

 

Nun, nach der Katastrophe, erhalten wir Unterstützung von der FDP und auch die PDS verliert den Neubau nicht aus den Augen! Das macht Mut! Es gab inzwischen so viele Beschlüsse hinsichtlich des Tierheim-Neubaus, dass es schon lächerlich wirkt. Auch dieser wird nicht der Letzte sein! Leserbriefe in der lokalen Presse, Anrufe und Bestätigungen per Mail zeigen uns, dass die Menschen begriffen haben: Nicht die Tierschutzpartei ist schuld an dem Dilemma – sondern einzig und allein die parteilose Stadträtin Kriese, ihr Fraktionskollege Dr. Kutschmann und die Fraktionen der üblichen Tierheim-Verhinderer!  

 

Wie geht es nun weiter? 

 

Eine Vielzahl von Dokumenten zeugen von der Widersprüchlichkeit der Aussagen Verantwortlicher. Diese werden gemeinsam mit parteilosen Tierschützern geordnet und veröffentlicht. Lügen sind am Besten anhand veröffentlichter Worte zu entlarven. Interessant ist z. B. ein TV-Interview mit dem Amtstierarzt Dr. Hagedorn. Anlässlich der 1. Mahnwache der Bürgerinitiative „Pro Tierheimneubau!“ verkündete er, dass unzweifelhaft ein Tierheim-Neubau – egal, wie er zustande käme – dringend erforderlich ist. Ein Jahr später erklärt derselbe Herr im MDF1, er wolle mit den Vorurteilen aufräumen und zeigte dem Kamerateam das alte Tierheim, das nun angeblich gar nicht mehr so übel ist.       

 

Vertreter des Landesverbandes Sachsen-Anhalt unserer Partei nehmen am Runden Tisch, der nach dem Katastrophenbeschluss wieder ins Leben gerufen wurde,  teil, an dem Vertreter des Magdeburger Bündnisses der Hundefreunde, des Tierschutzvereins 2000, der Bürgerinitiative „Pro Tierheimneubau!“ vereinsunabhängige Bürger, einem neuen Mitglied des Tierschutzvereins 1893 sowie der FDP über die weitere Vorgehensweise beraten. 

 

Am 01.06.2006 wurde über die Auflösung des Tierheim-Ausschusses entschieden. Die Stadtratssitzung wurde vor Ort von Mitgliedern unseres Landesverbandes verfolgt. Der  Landesvorsitzende Peter Barczik nutzte die Gelegenheit, um sich ganz aktuell über den Wechsel der Stadträtin Kriese zum Bund für Magdeburg im Offenen Kanal zu äußern.  

 

Glauben die Damen und Herren Stadträte, es werde schon Gras über die Angelegenheit wachsen, so haben sie sich diesmal gewaltig getäuscht! Auch der ruhigste Bürger hat eine Schmerzgrenze! 

 

Ein Wort an all die, die „es schon immer wussten“: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.     

 

 

Fernsehinterview MDF1 vom 12.04.2006 mit Stadträtin Birgit Kriese 

 

M = Moderator

K = Frau Kriese 

 

 

M: „… Sie sind jetzt mit einer neuen Idee an die Öffentlichkeit getreten. Welche ist denn das?“ 

K: „Ja, ich möchte gerne für Hunde, die jetzt alt, krank und im Höchstfall noch zwei Jahre zu leben haben, ein Altersheim für Hunde eröffnen auf privater Basis, und das zusammen mit dem Tierheim. Also wir nehmen dann die Tiere aus dem Tierheim und finanzieren das Ganze über ein Sponsoring.“ 

M: „Das müssen wir mal ein bißchen aufstrippen. Also das Magdeburger Tierheim in der Rothenseer Straße ist im Moment nicht Stand der Technik, da müsste also dringend was gemacht werden. Ein neues Tierheim, das haben Sie mir gerade im Vorgespräch erzählt, ist erst ab dem Jahr 2013 … richtig?“ 

K: „Richtig, ja, 2013, wenn der Haushalt ausgeglichen wird.“  

M: „Wenn das alles so klappt?“ 

K:“ Wenn das alles so klappt, genau. Und man sollte eben mittelfristig, sag ich mal, in unserem städtischen Tierheim Umbaumaßnahmen durchführen lassen, um den Tieren eine artgerechte Unterbringung zu gewährleisten bis zu dem Zeitpunkt, wo eben neu gebaut werden kann.“  

M: „Der Gnadenhof für Hunde. Wie muss man sich das vorstellen?“ 

K: „Also, wir haben vor, ein größeres Gelände einzuzäunen, zwei große Ausläufe zu haben, wo viel Rasenfläche ist, 2/3, 1/3 sollte eben betoniert sein, darauf sollten je zwei Hütten pro Auslauf stehen, dass die Hunde sich zurückziehen können. Und eben betreut von Ehrenamtlichen, vielleicht auch 1-EUR-Jobbern, oder über die GISE. Das die eben nicht ihr Lebensende im Tierheim verbringen müssen.“ 

M: „Wie wird im Moment mit den Tieren umgegangen, die durch Krankheit oder durch Alter eigentlich keine Vermittlungschance mehr haben?“ 

K: „Na, die verbringen ihr Lebensende im Tierheim.“ 

M: „Und werden dort einfach so lange gefüttert, bis es vorbei ist.“ 

K: „Na, das Tierheim gibt sich schon Mühe. Aber erst mal ist das Tierheim, sag ich mal, mit Personal nicht so dick ausgestattet, dass sich jeder intensiv drum kümmern kann. Deshalb nehmen viele Bürger von Magdeburg eben diese Gassigänge wahr, die eben an jedem Tag außer mittwochs und sonntags durchgeführt werden vom Tierheim, wo den Tieren ein bisschen Abwechslung haben und Zuwendung.“  

M: „Bei der Gelegenheit noch mal Lob fürs Magdeburger Tierheim.“  

K: „Ja.“ 

M: „Denn unter den gegebenen Bedingungen machen die Mitarbeiter dort wirklich alles, was möglich ist.“   

K:“ Und die haben jetzt auch, sag ich mal, versucht, die Ställe zu vergrößern, dass wenigstens ein paar Tiere artgerecht untergebracht werden können.“ 

M: „Haben Sie schon einen Ort im Auge, wenn Sie sagen, es muss ein Grundstück gekauft werden mit halb Rasen, halb Beton. Da haben Sie schon konkrete Vorstellungen.“ 

K: „Also wir haben Vorstellungen schon. Also wir versuchen eben, dass wir eben vielleicht von der Bahn eins preisgünstig erwerben können oder vielleicht auf Erbpacht von der Kirche, die haben ja auch noch Grundstücke in Magdeburg. Außerhalb der Wohnsiedlung natürlich.“ 

M: „So dass man sich da nicht wieder mit einer ANLIEGER-Bürgerinitiative…“ 

K: „Genau!“ 

M: „… auseinandersetzen muss. In welchem Zeitraum, glauben Sie, kann so was realisiert werden?“ 

K: „Das kommt drauf an, wie die Benefizveranstaltung ausfällt. Sag ich mal, wenn wir genügend Geld kriegen, um diese Einfriedung des Grundstückes zu finanzieren, was wir natürlich mit Hilfe der GISE in Anspruch nehmen wollen, dann kann das sehr schnell realisiert werden, dann könnten wir theoretisch im Herbst schon eröffnen. Aber wenn das eben nicht so ist, dann planen wir eben auf drei Jahre.“ 

M: „Innerhalb der nächsten drei Jahre. Jetzt gibt es in Magdeburg unterschiedliche Tierschutzorganisationen. Ich habe immer so den Eindruck, so als außen Stehender Beobachter, die ziehen nicht alle am gleichen Strang. Ist das auch bei dem Gnadenhof der Fall?“ 

K: „Ja, also es gibt, sag ich mal, die Bestrebungen, dass ein Tierheim und Gnadenhof in Tierschutzhände übergeht.“ 

M: „Das wären dann die Privaten?“    

K: „Das wären die Privaten, und ich bin eben der Meinung, es sollte eine städtische Einrichtung bleiben, weil ich habe die Erfahrungen mit Wolmirstedt gemacht, dass eben Tiere auf der Strecke bleiben, die nicht über die Verwaltung eingewiesen werden. Z. B. hatte ich einen Vorfall mit einer Katze, die bei minus 15° draußen blieb. Die hab ICH dann aufgenommen und hab ICH dann versorgt und auch vermittelt, nur weil das Tierheim, dass tierschutzgetragen ist, nicht die Gelder von der Stadt bekommt und durch die Nachfolgekosten, die dadurch entstehen, wenn ´ne Katze krank wird, das eben diese Tiere auf der Strecke bleiben, und deshalb ist es mir lieber, es bleibt in städtischer Hand, da erfolgt eine Grundversorgung.“ 

M: „Entsprechend der Gesetzlichkeiten…“ 

K: „Entsprechend der Gesetzlichkeiten!“ 

M: „Frau Kriese, ich bedanke mich recht herzlich, dass sie Zeit hatten…“

 

Anm.: Die „Privaten“ sind also nicht in der Lage, Tiere ordentlich zu betreuen. Aber die PRIVATE Frau Kriese ist es…

 

-          Ob die gewünschten Ein-Euro-Jobber wohl einen Sachkundenachweis mitbringen?

-          Und ob Frau Kriese ihren Job kündigt, um den Gnadenhof zu betreiben? Oder sollen hier wieder andere die Arbeit

        erledigen?

-          Was passiert, wenn die Ein-Euro-Jobs eingestampft werden?

-        Hat Frau Kriese bedacht, dass Ein-Euro-Jobber nur Arbeiten verrichten dürfen, die nicht durch reguläre

      Arbeitsplätze abgedeckt werden können – vgl. z. B. MDR-Bericht 05/2006 über einen Tierschutzverein in Sachsen,

      in dem die Ehrenamtlichen die Arbeit erledigen, die Ein-Euro-Jobber dafür den Tieren VORLESEN, weil sie weder

      füttern, putzen oder reparieren durften…

 

Fragen über Fragen. Warten wir den Verlauf ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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