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16.06.2010: Anzeige gegen Bürgermeister

 

Die Volksstimme Gardelegen berichtet in ihrer Ausgabe vom 16.06.2010 über die Strafanzeige unseres Landesverbandes gegen Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs (sh. auch Beiträge vom 10. und 15.06.2010). Dieser, mit der Anzeige konfrontiert, bestätigt wiederum, kaum Zeit für sein Tier zu haben, womit eine Fehlinterpretation seitens der Presse im Artikel vom 10.06.2010 vom Tisch ist. 

 

Mit der Anzeige wurde in Gardelegen eine interessante Welle losgetreten. Presse und Bürger scheinen völlig irritiert, dass es eine Partei wagt, sich für die Interessen von Tieren einzusetzen. Eine Bürgerin  aus Gardelegen fordert gar, wir sollten uns doch lieber um Menschen kümmern, jaja... und im Gegenzug freut sich Herr Helmecke aus Klötze, dass sich außerhalb heißer Wahlkampfzeiten eine Partei für die Rechte von Tieren einsetzt und möchte uns künftig unterstützen.

 

Stadtrat Lothar Tietge schickte der Volksstimme Gardelegen eine kurze Stellungnahme:

 

"Als Mitglied der gemeinsamen Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future und Alterspräsident des Stadtrats in Magdeburg bin ich nicht nur empört, dass Bürgermeister Fuchs für seine Hündin pro Tag weniger als fünf Minuten übrig hat und dies auch wiederholt bestätigt, sondern auch, dass er sich über die Rechtsordnung lustig macht. Die Anzeige unseres Landesverbandes geschah ja nicht aus einer Laune heraus, sondern basiert auf gravierenden Verstößen gegen die Tierschutzhundeverordnung, die jeder nachlesen kann.

 

Nur, weil es Herrn Fuchs neu erscheinen mag, dass sich eine Partei für Tierrechte einsetzt und eine nicht artgerechte Tierhaltung auch bei einem Bürgermeister moniert, diese als „krank“ und „militant“ zu bezeichnen, zeugt von mangelndem Demokratieverständnis. Ich bin durch die Zusammenarbeit in Magdeburg von der SPD an mehr Niveau gewöhnt."

 

Auf den im folgenden Artikel von Herrn Fuchs angebotenen "Geruchstest" werden wir gern verzichten...

 

 

Hier der Volksstimme-Artikel vom 10.06.2010:

 

"Die Tierschutzpartei hat gestern Strafanzeige gegen Bürgermeister Konrad Fuchs wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Er füge dem Hund, den er halte, erhebliche Leiden zu, so der Vorsitzende des Landesverbandes der Partei, Josef Fassl. Fuchs kommentierte die Anzeige gestern knapp: "Das ist ja krank."

Die Diskussion um das Tierheim in Gardelegen nimmt groteske Züge an. Gestern erstattete der Vorsitzende des Landesverbandes der Partei Mensch, Umwelt, Tierschutz (Tierschutzpartei), Josef Fassl, Anzeige gegen Bürgermeister Konrad Fuchs. Hintergrund ist eine Bemerkung von Fuchs bei einer Diskussion in der SPD-Fraktion mit dem Sprecher des Tierschutzvereines Gardelegen/Klötze, Stefan Quisdorf. Fuchs hatte dort ausgerechnet, entsprechend des Personalbedarfs, den Quisdorf angemeldet hatte, habe ein Mitarbeiter im Tierheim 25 Minuten Zeit pro Tier. Er selbst habe aber für seinen Hund keine fünf Minuten Zeit am Tag. Fuchs ist seit vielen Jahren Besitzer der Rauhaardackeldame Biene. Sie ist mit ihm bereits von Jävenitz nach Gardelegen umgezogen.

Die Aussage des Bürgermeisters deute darauf hin, dass er seinem Hund "durch den Entzug des Sozialkontaktes erhebliche Leiden zufügt", so Fassl. Der Parteichef ... bedauernd: "Was für ein armer Hund das ist." Und weiter: "Die Angelegenheit ist auch von öffentlichem Interesse, da er in seiner Funktion als Bürgermeister derart tierquälerische Praktiken offenbar gern auch im Tierheim einzuführen wünscht." Der Parteivorsitzende betonte, dass sowohl der Verband für das deutsche Hundewesen, die Bundestierärztekammer und die Tierärztliche Vereinigung eine tägliche Betreuungszeit von zwei Stunden forderten.
 

Es sei in Deutschland nicht so, "dass man sich herausnehmen kann, wie man mit seinem Tier umgeht", betonte Fassl. Ein Hund sei ein soziales Tier: "Wenn ich den einsam halte, dann ist das wie Folter."

Fassl sagte, er kenne Bürgermeister Fuchs nicht persönlich: "Vielleicht ist er ein netter Mann und hat sich nur verredet." Wenn der Satz nur ein Ausrutscher gewesen sei, dann solle Fuchs dieses sagen. Fassl: "Aber wie soll das ein Leser anders verstehen, wenn ein Bürgermeister das so in der Öffentlichkeit sagt und als Maßstab für das Tierheim nimmt?"

Der Bürgermeister habe sich zudem mit seinen "fehlgeleiteten Vorstellungen zum Betreuungsaufwand und zu den Kosten selbst disqualifiziert". Fassl: "Es sollte sich herumgesprochen haben, dass man mit Tieren nicht nach Gutdünken und Kassenlagen verfahren kann. Die Tiere sind gesetzlich geschützt." Wenn Gardelegen die Aufgaben des Tierheimes selbst übernehme, würden die angegebenen Kosten "nicht einmal für das Personal" ausreichen. Fassl: "Der idealistische Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiter wird schamlos ausgenutzt." Das sie aber "leider nicht nur in Gardelegen so".

"Da kann ich bloß noch lachen", sagte Bürgermeister Konrad Fuchs gestern, als er von der Volksstimme über die Anzeige informierte wurde. Und: "Das ist doch krank. Das ist militant, das schlägt dem Fass den Boden aus." Der Bürgermeister wiederholte: "Ich habe oft wenig Zeit für meinen Hund." Manchmal aber, wenn er abends früher nach Hause komme, lege sich seine Biene neben ihm auf den Sessel und bleibe dort auch mal anderthalb oder zwei Stunden liegen "und macht sich ganz schön breit". Fuchs: "Das könnte sicher auch bewiesen werden durch Geruchsproben auf dem Sessel. Bienchen liegt immer links."

Er jedenfalls freue sich schon auf das Gespräch mit Stefan Quisdorf, das in der kommenden Woche stattfinden soll. Dabei sollen die Forderungen des Tierschutzvereines diskutiert werden. Der Verein wünscht sich eine stärkere Unterstützung der Stadt, was Personal und Neubau des Tierheimes angeht. Derzeit sind Verein und Stadt durch einen Vertrag gebunden. Er wolle zum Gespräch auch Vertreter des VHS-Bildungswerkes und der Lebenshilfe einladen. Der Bürgermeister, offensichtlich doch genervt von den Angriffen Quisdorfs beim Tag der offenen Tür des Tierheimes, betonte: "Ich biete ausdrücklich an, dass der Tierschutzverein kurzfristig den Vertrag mit der Stadt auflösen kann."
 

 

Quelle: URL: http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/gardelegen/?em_cnt=1735582



Volksstimme Gardelegen vom 16.06.2010, Jörg Marten
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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