| Vegi-Tag |
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Für ausführliche Informationen besuchen Sie bitte unsere Webseite www.vegi-tag.de
Die Fleischproduktion und die damit verbundene Landnutzung ist einer der wichtigsten Faktoren für den Klimawandel. Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri, der bereits in Gent dem Vegi-Tag zum Durchbruch verhalf, fordert in Brüssel zusammen mit Paul McCartney einen fleischlosen Wochentag: "Die Viehzucht verursacht nicht weniger als 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen". Ein einmaliger Fleischverzicht pro Woche führt zur Einsparung von 170 kg CO2 im Jahr. Wenn also alle 230.000 Einwohner der Stadt Magdeburg und 10.000 Einwohner im Umland sich einmal in der Woche vegetarisch ernährten, könnte man damit die Emissionen von ca. 18.000 Autos wettmachen. Pachauri rechnete obiges Beispiel für die 240.000 Einwohner von Gent vor, vgl. "Die Zeit" vom 10.12.2009.
Sinn und Aufgabe des "Vegi-Tages" Der „Vegi-Tag“ ist nicht nur eine Aktion für die Gesundheit, die Umwelt und eine bessere Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln, sondern auch eine Werbekampagne für Magdeburg. Nachdem am 13. Mai 2009 die Stadträte der belgischen Stadt Gent, eine der 370 europäischen Klimastädte, beschlossen haben, als erste Stadt weltweit einen offiziellen fleischlosen Wochentag einzuführen, wird nun Magdeburg diesem Beispiel folgen, wenn der Stadtrat dem Antrag zustimmt.
Essgewohnheiten lassen sich nur schwer ändern. Mit dem „Vegi–Tag“ soll ein gesellschaftlicher Anstoß gegeben werden, sich gegenüber Neuem zu öffnen und die Vielfalt vegetarischer Speisen kennen zu lernen.
25.03.2010: Vegi-Tag (wieder mal) abgelehnt Zwar konnte die im Oktober 2009 gestartete Initiative „Vegi-Tag“ im Magdeburger Stadtrat auch beim zweiten Anlauf keinen Mehrheitsbeschluss erreichen, jedoch kann man sich über die Redebeiträge der Befürworter nur freuen – oder anders gesagt: Die Gegenargumente, v. a. seitens der FDP, waren blamabel und die Linke zeigte, dass mit der Verbindung „Tag der gesunden Ernährung – Vegi-Tag“ lediglich taktiert wurde, aber ihr der zukunftsweisende Sinn völlig fremd blieb.
Geschlossen lehnte die Linke den Antrag zum Vegi-Tag ab, obwohl zuvor ihr Vertreter im Jugendhilfeausschuss mit den dort tätigen Stadträten unter dem Vorsitz des Sven Nordmann, Fraktion SPD-Tierschutzverein-future!, einen Kompromiss gefunden hatte. Der Anstrich einer zukunftsweisenden modernen Partei bröselte heute jedoch in Sekunden ab und es blieb eine in sich ruhende verstaubte Langeweile. Schade, denn einzelne Vertreter dieser Partei haben durchaus den Zug der Zeit begriffen, aber es blieb bei Wenigen, und die sitzen leider derzeit nicht im Stadtrat.
Die gewissenhaft von der Stadträtin Carola Schumann (FDP) vorgelesenen Ausarbeitungen riefen hier und da Gelächter hervor. Sie beteuerte, mit einigen Bürger/innen gesprochen zu haben, die die Einführung eines Vegi-Tags ablehnten. Trotzig hielt sie an ihrer Meinung fest, obwohl sie angab, schon jetzt den „Wellemeyer“ zu fürchten. Dann – im Eifer des Gefechts – vergaß sie doch tatsächlich die Linie ihrer Partei, die eigentlich Anwalt für die Freiheitsrechte der Bürger/innen sein will. Dass hier nun schon mal ein Faltblatt der „Initiative Vegi-Tag“ vorlag mit dem Titel „Magdeburg is(s)t zukunftsweisend“ dürfe gar nicht sein, da bisher noch kein Stadtratsbeschluss vorliege. Dabei sollte Frau Schumann bedenken, dass für den Druck eines Flyers aber gar kein Stadtratsbeschluss erforderlich ist. Die „Initiative Vegi-Tag“ ist ein Zusammenschluss von Bürger/innen dieser Stadt und diese sind – wie das Grundgesetz in Art. 2 hervorhebt – frei. Tatsächlich dürfen die Initiatoren also Flyer drucken, soviel sie möchten, ohne die Erlaubnis von Frau Schumann einzuholen.
Es konnte einem schon die Sprache verschlagen, als Frau Schumann riet, man solle, statt den Fleischkonsum zu reduzieren, um den CO2-Ausstoß zu verringern, den Kühen Pillen zu verabreichen. Sie habe sich im Internet schlau gemacht… J
Auch diene ein Vegi-Tag nicht den Tieren, die Initiatoren sollten sich vielmehr um eine Verbesserung der Schlachttransporte kümmern (nur zur Erinnerung: Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei – kämpft seit ihrer Gründung im Jahr 1993 für jedwede Verbesserung, u. a. auch der Transportbedingungen, für jedes Tier, denn anders als die Gelegenheits-Tierschützerin Schumann beschränkt sich unser Kampf nicht auf Hunde und Katzen.
Natürlich bezweifelte Frau Schumann dann auch noch den Nutzen für unsere Stadt. Hätte sie sich genauso fleißig wie im Hinblick auf die Pillen für die Kühe mal für die Aktion in Gent interessiert, hätte sie ganz leicht feststellen können, dass der Vegi-Tag für diese Stadt ein voller Erfolg in Hinsicht auf die Entwicklung der Tourismuszahlen wurde. Die belgische Stadt ist nun kein Ort, der von Fußballrandalierern lahm gelegt wird, sondern einer, der weltoffene, interessierte, moderne und aufgeschlossene Menschen anzieht und über den inzwischen so ziemlich jeder TV-Sender schon berichtet hat. Vielleicht ist der mangelnde Umgang mit Tierschützern Schuld an ihrer Unkenntnis? Man weiß es nicht.
Wichtig versuchte Frau Schumann zu erklären, Ernährungsexpertin zu sein, da sie in ihrer Eigenschaft als Lehrerin gerade mit ihren Schüler/innen die Nahrungspyramide im Unterricht behandelt habe, an deren Spitze Zucker und Öl ständen und deren massiven Verzehr man ja nicht den Menschen zumuten wolle! Stellt sich die Frage, was sie damit meint, denn gerade die Nahrungspyramide sagt aus, dass die Grundernährung durch Gemüse und Getreideprodukte erfolgen sollte. Im Übrigen konnte sie keinen Sinn darin sehen, einen Tag in der Woche zu einem Vegi-Tag zu erklären, schließlich könne man an jedem Tag auf Fleisch verzichten, warum also sollte es gerade der Donnerstag sein? Diese Fragen sind natürlich berechtigt, wären aber im Vorfeld – etwas guten Willen vorausgesetzt – zu klären gewesen. Das Problem einer Ernährungsänderung ist i. d. R. weniger eine rationale Einsicht, dass diese nützlich ist, als die psychische Fixierung auf Gewohnheiten. Das Essverhalten wird bereits in der Kindheit geprägt. Die Schwierigkeit der Ernährungsumstellung ist ja insbesondere auch bei Vertretern der Gruppe, die der Einführung des Vegi-Tags nicht zugestimmt haben, deutlich zu erkennen. Es ist eigentlich wie in der Schule: Manche sind schneller, einige müssen wiederholen. Es wird noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein, bis die Bürger/innen realisieren, dass sie selbst als Verbraucher die Produktion von Schadstoffen in der Hand haben. Wir als Verbraucher steuern. Aber nur, wenn wir in der Lage sind, alte Gewohnheiten zu überprüfen und – wenn notwendig – zu ändern.
Es hat nicht überrascht, dass der Vegi-Tag auch im zweiten Anlauf nicht die erforderliche Mehrheit erhielt. Es war jedoch mehr als erfreulich zu sehen und zu hören, wie sich die Vertreter der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future! und auch der Grünen mit Herz und Verstand eingesetzt haben. Das Ergebnis war zum einen überraschend, zum anderen wiederum nicht: Ersteres, da in unserem Stadtrat 22 Räte für die Einführung des Vegi-Tags stimmten, und das eindeutig sichtbar nicht nur aus Loyalität dem eigenen Fraktionsmitglied (dem Stadtrat unserer Partei) gegenüber, dagegen nicht überraschend die 25 Nein-Stimmen, denn die Linken hatten sich in den letzten drei Tagen vor der Abstimmung wieder quer gestellt, so dass der Ausgang vorhersehbar war, wenn auch nicht in dieser knappen Form.
Die Initiative „Vegi-Tag“ wird in der seit Oktober 2009 erfolgten Form weiter arbeiten und sich vergrößern. Bremen hat uns ja bereits nachgeeifert. Zwar hätten wir uns gefreut, wäre der Stadtrat dem Anliegen gefolgt, denn der richtig große Erfolg hatte sich auch in Gent erst mit einem Ratsbeschluss eingestellt – aber wenn denn Einige noch ein paar Jahre benötigen, um den Zeitgeist zu erkennen, müssen wir ihnen diese Zeit eben geben.
Eine andere deutsche Stadt wird mit Sicherheit in Kürze die Erste mit Stadtratsbeschluss werden. Wir gönnen es ihr.
Nachtrag 26.03.2010: Den Rat der Studierenden der Magdeburger Uni hatten wir im Vorfeld der Oktober-Sitzung gebeten, sich des Themas anzunehmen. Gestern nun hat er beschlossen, sich am Vegi-Tag zu beteiligen, Aktionen werden vorbereitet. Was Hans nicht gelernt hat... Hänschen wird es besser machen. Gut so.
21.12.2009: Tomate auf Siegeszug durch Speisekarten? Rückschläge und Rückendeckung: Idee eines fleischlosen Tages spaltet die Bevölkerung / Initiative gibt mit neuem Logo die Richtung vor Bericht von Jana Wiehe, Volksstimme Magdeburg
Eine Kochlöffel schwingende Tomate ist ihr neues Logo, in Kürze wird im Internet eine Seite in Deutsch und Englisch geschaltet und sogar überregionale Aufmerksamkeit ist den Magdeburger Tierschützern für ihre Initiative gewiss: Die Einführung eines Vegi-Tages (Tag der vegetarischen Ernährung) in Magdeburg liegt nicht mehr im Reich des Unmöglichen. Magdeburg. Ein fleischloser Donnerstag in Magdeburg, ein Angebot des freiwilligen Verzichts auf Schnitzel und Wurst für einen Tag in der Woche – im Stadtrat wurde diese Idee zunächst zerredet und belächelt. Doch die Hartnäckigkeit der Tierschützer könnte sich am Ende auszahlen. Überregional erhalten die Initiatoren, darunter von der Tierschutzpartei Josef Fassl, Stadtrat Lothar Tietge und Günter Schuchart, inzwischen einige Rückendeckung. Die Zeit berichtete – wenn auch ohne Euphorie – über den bisher einmaligen Vorstoß einer deutschen Stadt, die dem Vorbild der belgischen Stadt Gent folgen möchte. In Gent verzichten die Bürger einmal pro Woche auf Fleisch und leisten damit einen Beitrag einen Beitrag zum Tier- und Klimaschutz.
Die Tierrechtsorganisation PETA appellierte an die Magdeburger Bevölkerung, dem Aufruf für einen Vegi-Tag zu folgen, und auch der Hamburger Verein Aktion Kirche und Tiere stellt sich hinter die Magdeburger Initiatoren. Die haben weiter getrommelt und sehen sich zusätzlich im Aufwind, nachdem das Parlament in den Niederlanden soeben die Einführung eines Vegi-Tages beschlossen hat.
Hier ist man politisch noch nicht so weit. Der Stadtrat hatte im Oktober den Antrag zunächst auf einen Beratungsmarathon in diverse Ausschüsse geschickt und damit die Einführung des Vegi-Tages verhindert. Zumindest fürs Erste. Doch die Aktivisten machen weiter. "Wir haben inzwischen zum Beispiel Kontakte zur IG Innenstadt, zum Hotel Maritim und sind da schon auf positives Echo gestoßen. In Kürze werden wir auch Schulen in privater Trägerschaft ansprechen und hoffen, dass sie mitmachen", sagt Josef Fassl. Nachdem der Vegi-Tag – Antrag der Fraktion SPD-Tierschutzpartei-future vom Stadtrat im Oktober zunächst vertagt worden war, hatte es nicht sonderlich gut ausgesehen für die Initiative. Auch der Gesundheits- und Sozialausschuss sandte als Fachausschuss kein – aus Sicht der Initiative – erfreuliches Signal. "Der Antrag fiel mit deutlicher Mehrheit durch", sagte Ausschusschef Jens Ansorge (CDU) der Volksstimme. Nichts gegen eine solche Vegi-Tag-Idee, aber "da sollen ja auch Schulen und andere Einrichtungen mitmachen. Unter dem rein gesundheitlichen Aspekt hielten wir das Vorhaben für nicht empfehlenswert", erklärte Ansorge. Ganz anders der Jugendhilfeausschuss. Er entschied mit klarer Mehrheit für die Einführung eines solchen Aktionstages. Allerdings in modifizierter Form. "Wir haben den Gesichtspunkt gesunde Ernährung deutlich gestärkt", sagte Sven Nordmann, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Ausschusses. Befürwortet wurde ein Aktionstag, der die besonders gesunde, ausgewogene Ernährung in den Mittelpunkt stellt. Neben dem vegetarischen Ernährungsgedanken. Nach Änderungsanträgen lautet der Titel nunmehr "Tag der gesunden Ernährung – Vegi-Tag". "Ich würde mir wünschen, dass es dafür letztlich eine Ratsmehrheit gibt", so Nordmann. Die Verwaltung hat sich auf den Fall eines solchen Ratsvotums schon eingestellt. Sie werde, so schreibt der Beigeordnete Hans-Werner Brüning in einer Stellungnahme, "den Stadtrat für den Fall unterstützen, dass er den Aufruf an die Magdeburger Bevölkerung beschließt". Möglichst viele Partner, zum Beispiel IHK, Schulversorger oder der deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, müssten dann mit ins Boot geholt werden. Doch erst einmal soll der Stadtrat in der Sache entscheiden. Im Januar, spätestens Februar soll das der Fall sein. Erst dann wird klar sein, ob die lachende Tomate wirklich einen Siegeszug durch Magdeburger Speisekarten antreten kann. Quelle: Volksstimme Magdeburg vom 21.12.2009
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