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Jagd ist weder Natur- noch Tierschutz

Der blutige Krieg in unserer „Restnatur“ muss abgeschafft werden. Es gibt keinerlei Gründe, jährlich fünf Millionen Tiere in Panik zu versetzen und ihr Leben auf brutale Weise zu verkürzen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass eine „Bestandsregulierung“ durch die Jagd überflüssig ist. Nach unserem Verständnis ist es abartig, grausame Tötungsmethoden auch noch an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

 

Die Jagd ist Tierquälerei und daher zu verbieten!

 

 

 

Seit Jahren will die Jägerschaft die Öffentlichkeit glauben machen, Jagd sei „bewaffneter Naturschutz“ und als solcher unverzichtbar. Doch die Realität sieht anders aus: Jagd zerstört Tiergemeinschaften, verursacht Leid, destabilisiert das natürliche Gleichgewicht.

 

Für viele Menschen ist es nur schwer zu verstehen, was manche Leute (darunter 98 % Männer) dazu treibt, am Wochenende oder nach Feierabend in den Wald zu gehen, um dort wild lebende Tiere zu töten. Die Jagd wird hierzulande nur von einem verschwindend geringen Anteil der Bevölkerung ausgeübt, und doch fallen ihr Jahr für Jahr mehrere Millionen Vögel und Säugetiere zum Opfer.

 

Mittlerweile wird die Kritik an Jagd und Jägern immer lauter; immer weniger Menschen akzeptieren es, dass Tiere zur Freizeitgestaltung einer gesellschaftlichen Minderheit getötet und gequält werden. Verwundert es da, dass die um ihr Hobby fürchtende Jägerschaft sich massiv bemüht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken? In aufwendigen Broschüren und selbst Tageszeitungen behauptet man nunmehr standhaft, Jagd sei unverzichtbar, um das natürliche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren. Dabei wird ganz gezielt Front gegen ganz bestimmte Tiere gemacht, um in der Öffentlichkeit Unterstützung für die rücksichtslose Hatz auf die betreffende Art zu gewinnen. So veröffentlicht die Jägerschaft seit Jahren Schreckensmeldungen über Tollwut und angebliche Übervermehrungen von Füchsen

und anderen Beutegreifern, verdreht die biologischen Tatsachen dabei jedoch vorsätzlich.

 

Wissenschaftlich wurde schon vor geraumer Zeit nachgewiesen, dass die ebenso schönen wie intelligenten Füchse ihre Populationsdichte durch soziale Mechanismen auf einem konstanten Niveau halten - vollkommen unabhängig von menschlichen Eingriffen. Beeindruckendes Beispiel dafür sind die massiven Fuchsvernichtungsaktionen, die man in den 70er und 80er Jahren aus Unwissenheit behördlich anordnete, um die Tollwut zu bekämpfen: Die Gesamtzahl an Füchsen blieb konstant, weil die Geburtenraten ebenso rasch wie die Todesraten nach oben schnellten. Das einzige Resultat diesen Handelns war maß- und zahlloses Tierleid. Mehr noch: Es konnte sogar nachgewiesen werden, dass mehr Fuchsjagd auch mehr Tollwut bedeutet. Unter hohem Jagddruck bekommen Füchse deutlich mehr Nachwuchs als in jagdfreien Gebieten. Dies hat einen größeren Anteil von Jungfüchsen an der Gesamtpopulation zur Folge. Da gerade die Jungfüchse im Herbst jedoch auf Wanderschaft gehen, um sich ein eigenes Revier zu suchen, sind sie es, die die Tollwut oftmals erst in neue Gebiete einschleppen. Ohne Fuchsjagd löst sich das Problem dagegen von selbst - Jagdverzicht hatte in aufwendigen Freilandexperimenten zur Folge, dass die betreffenden Gebiete nach einiger Zeit von selbst tollwutfrei wurden. Mittel der Wahl sind bei der Tollwutbekämpfung schon lange tierfreundliche Impfköder.

 

Auch Rehe müssen nicht selten als Sündenböcke für menschliche Verfehlungen herhalten. Um in der Jagdsaison mehr Tiere zum Abschuss zur Verfügung zu haben, füttern deutsche Jäger dieses sogenannte „Schalenwild“ über den Winter. Dadurch steigen die Vermehrungsraten. Parallel dazu werden die Tiere durch intensive Verfolgung immer scheuer und ziehen sich, eigentlich im Feld zu Hause, immer mehr in den deckungsreichen Wald zurück, wo sie gezwungen sind, sich in ihrer großen Zahl von den dort befindlichen jungen Bäumen zu ernähren. Dies führt nun wiederum zu Verbissschäden, die Waldbesitzer, aber auch Jäger zum Anlass nehmen, öffentlich nach intensiver Jagd auf Rehe zu rufen. Dieses sog. „Verbissproblem“ würde sich nach dem Dafürhalten führender Wissenschaftler von selbst erledigen, wenn man Jagd und Hege kurzerhand abschaffen würde.

 

Grundsätzlich ist die Behauptung von der „Notwendigkeit“ der Jagd ein Feigenblatt, hinter dem sich ganz andere Motive für die Verfolgung frei lebender Tiere verbergen - Gründe, die wohl eher in der Psyche der Jäger zu suchen sind. Bereits ein kurzer Blick in die gängigen Jagdzeitschriften, in denen Jäger vollmundig von den Freuden des Abschusses wehr- und hilfloser Tiere berichten, bestätigt diese Annahme eindrucksvoll.

 

Grundsätzlich ist die Jagd kein Instrument, um Wildtiere zu „regulieren“, weil Jagd viel zu unspezifisch in Wildtierbestände eingreift. Damit jedoch nicht genug; das Gros unserer einheimischen Wildtiere bedarf selbst nach rein ökologischer, also forstwirtschaftlicher Betrachtung, keinerlei Regulierung. Gerade diejenigen Arten, die aufgrund ihrer biologischen Funktion eigentlich dringend zu schützen wären, werden als verhasste Beutekonkurrenten rücksichtslos verfolgt und in der Öffentlichkeit als Krankheitsüberträger diffamiert, um empörte Aufschreie tierfreundlicher Bürger zu vermeiden.

 

Doch Jagd ist bei weitem nicht nur ökologisch als problematisch anzusehen - vergegenwärtigt man sich, dass durch die Jagd allein in Deutschland jedes Jahr mehrere Millionen in aller Regel völlig gesunde Wildtiere auf oftmals grausame Weise getötet werden, erkennt man, dass das „edle Weidwerk“ einer der größten Schauplätze gesetzlich legitimierter Tierquälerei ist.

 

Es gibt keine offiziellen Statistiken darüber, wie viele Tiere Jahr für Jahr nur angeschossen werden und dann langsam an ihren Verletzungen zugrunde gehen, doch Schätzungen belaufen sich auf mehr als zwei Millionen. Da werden Rehe von schusslüsternen Jägern durch bei schlechten Sichtverhältnissen abgegebene Schüsse schwer verletzt, Marder in Fallen gefangen, die in wissenschaftlichen Felduntersuchungen als höchst tierquälerisch entlarvt wurden, und Jagdhunde in Fuchsbaue getrieben, um Fuchswelpen totzubeißen und deren Eltern vor die Flinten wartender Jäger zu hetzen. Die Liste der alltäglichen Grausamkeiten in unseren Wäldern ließe sich endlos fortsetzen.

 

Doch nicht nur bei der Jagd selbst, sondern auch bei der Ausbildung von Jagdhunden müssen Wildtiere leiden: Enten werden vorsätzlich flugunfähig gemacht, um Hunden das Apportieren verletzter Tiere beizubringen; Katzen und Füchsen werden Flucht- und Verteidigungsmöglichkeiten geraubt, um Jagdhunde am „lebenden Objekt“ zur Schärfe zu erziehen. All das mag es vielleicht verständlich machen, warum sich immer mehr Menschen der Meinung unseres Altbundespräsidenten Prof. Theodor Heuss anschließen. Er sagte einst: „Die Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“

 

Nur wenigen Menschen ist bekannt, dass jedes Jahr etwa 400.000 Katzen und 30.000 Hunde von Jägern mit dem scheinheiligen Argument getötet werden, die betroffenen Tiere hätten angeblich gewildert. Viele dieser Tiere werden Opfer des Zusammentreffens von jägerischer Schießwut und absurder Gesetzgebung: So dürfen etwa Katzen von Jägern erschossen werden, wenn sie sich mehr als 200 bzw. 300 Meter (je nach Bundesland) von der nächsten menschlichen Behausung entfernen. Selbst das natürliche Streifgebiet einer Katze kann diesen Rahmen jedoch ohne weiteres sprengen - wer weiß also, wie hoch der Prozentsatz unserer schnurrenden Hausgenossen ist, der eben nicht - wie zunächst vermutet - durch den Straßenverkehr, sondern durch eine Schrotladung oder Schlagfalle zu Tode kommt?

 

Auch wenn Jäger mit allen Mitteln darüber hinwegtäuschen wollen: Tiere sind Individuen, die Freude und Leid, Schmerz und Glück erfahren können, die Rechte besitzen und die als Mitgeschöpfe geachtet werden müssen. Die Jagd widerspricht einem aufgeklärten, fortschrittlichen Verständnis von Natur und Tieren - helfen Sie uns, den alltäglichen Wahnsinn in unseren Wäldern zu beenden.

 

Jäger handeln - bis auf wenige Ausnahmen - nach Eigeninteressen. Sie fehlinformieren die Öffentlichkeit gezielt, um Rückhalt für ihr fragwürdiges Hobby zu bekommen. Die Frage ist: Wie lange wird ihnen das noch gelingen?

 

In den Niederlanden wurde im Sommer 1999 bereits ein neues Jagdgesetz verabschiedet, das die meisten Wildtiere - Füchse, Marder, fast alle Vogelarten - ganzjährig unter Schutz stellt und der jägerischen Willkür entzieht. Helfen Sie mit, diesen Schritt auch in Deutschland zu vollziehen!

 

Literaturtipps:D. Frommhold, Das Anti-Jagdbuch, Hirthammer Verlag, München 1994.

E. Wirth, Die Jagd - ein Mordsspaß. Luxemburg 1999

 

Argumente gegen die Jagd

 

Jäger stellen nur 0,3 % der Bevölkerung, und trotzdem beherrschen sie fast unsere gesamte Natur. Die weit mehr als 300.000 Jäger (und die meisten sind Männer, nur 0,2 % der Jäger sind Frauen) durchstreifen schwer bewaffnet unsere Wälder oder sitzen im Hinterhalt auf Hochsitzen, die zu hunderten die Landschaft verschandeln, um die wehrlosen Tiere abzuschießen. Mindestens sechs Millionen Tiere metzeln die Grünröcke jedes Jahr in Deutschland nieder, hinzu kommen die von Jägern erschossenen Haustiere wie Hunde und Katzen.

 

Die Öffentlichkeit belügen die Jäger seit Jahrzehnten und stellen sich gerne als "Heger" dar, die die Aufgabe der Raubtiere übernehmen und die Tierpopulationen regulieren müssten. Dass es die Jäger selbst waren, die sich an diese Stelle geschossen haben, die Wölfe, Luchse, Bären usw. ausgerottet haben, die Füchse gnadenlos verfolgen und nicht davor zurückschrecken, geschützte und vom Aussterben bedrohte Tiere, z. B. Greifvögel, zu erschießen, das verschweigen sie lieber. Vehement wehren sich die Jäger gegen die Wiederansiedlung dieser Tierarten. Hinzu kommt, dass die Unmengen von Bleimunition, die die Jäger verschießen, die Umwelt stark belasten.

 

Wenn Jäger in der Natur aktiv werden, tun sie es nie uneigennützig. Sie schaffen Futterplätze für das Wild, oft genug in Sichtweite zu Hochsitzen. Mit Getreide wird das Wild angelockt. Nicht selten sind dem Futter Medikamente und Hormone beigemischt - für eine prächtigere Trophäe. Fasane werden in Volieren gezüchtet und kurz vor einer Jagd im Wald ausgesetzt. Jäger handeln nach dem Motto: Die eine Hand füttert, die andere Hand tötet. Dabei ist die Jägersprache durchaus verräterisch: So wird ein Tier nicht ermordet, sondern "zur Strecke gebracht" oder "geerntet". Das Blut nennen sie "Schweiß". Geht ein Jäger mit seinem Hund ins Revier, ist er auf "Besuch". Und mit "Lüften" verherrlichen die Jäger das Aufschneiden der Bauchdecke eines Schalenwildes. Ein ökologisches Verbrechen, ein blutiges Hobby wird so mystifiziert und verharmlost. Ganz Deutschland ist schon ein Schießstand - aber der Platz reicht noch lange nicht. Finanzkräftige Jäger führen ihren Krieg gegen die Tiere gern in fremden Ländern weiter. Angebote für Reisen mit Abschussgarantie auf Elefanten, Leoparden usw. finden sich in jeder Jagdzeitschrift. Die Jagd hat nichts mit Tier- und Naturschutz zu tun, sondern mit der Lust am Töten. Deshalb muss die Jagd endlich abgeschafft werden!  

 

Behauptung 1: Ohne Jagd würden Wildtiere überhand nehmen

Falsch. Wie in vielen biologischen Untersuchungen nachgewiesen werden konnte, regeln sich die Bestände wildlebender Tiere durch soziale Mechanismen und Nahrungsangebot selbständig. Bei Füchsen beispielsweise bekommt in jagdfreien Gebieten nur ein kleiner Teil der Füchsinnen Nachwuchs, um die Populationsdichte nicht unnötig ansteigen zu lassen. "Geburtenkontrolle statt Massenelend" nannten namhafte Forscher dieses Phänomen. Wo Füchse jedoch gnadenlos verfolgt werden, steigt die Anzahl trächtiger Füchsinnen drastisch an, wodurch die Verluste rasch wieder ausgeglichen werden. Wenn man einen Blick auf jagdfreie Gebiete wirft, wird man rasch feststellen, dass die Tierpopulationen dort keineswegs im Ungleichgewicht sind. Im Gegenteil: Die Populationen dort sind sehr viel stabiler, die Artenvielfalt größer als in Arealen, in denen gejagt wird.

 

Behauptung 2: Jagd schützt die Bevölkerung vor Tollwut und anderen Wildkrankheiten:

Falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall - so führt Jagd beispielsweise zu einer beschleunigten Ausbreitung der Tollwut. Jagd kann die Gesamtzahl an Füchsen nicht reduzieren (s. o.), die steigende Geburtenrate führt jedoch zu einer höheren Zahl an Jungfüchsen. Diese Jungfüchse wandern im Herbst aus dem elterlichen Revier ab, um sich ein eigenes Zuhause zu suchen - und begegnen auf ihren langen Wanderungen vielen Artgenossen, was sie zu idealen Tollwutüberträgern macht. Je mehr Füchse man tötet, desto rascher breitet sich daher die Tollwut aus. Dass die Schweinepest von Wildschweinen auf Haustiere übertragen wird, ist als Gerücht zu werten. Vielmehr tragen Jäger, die (unerlaubterweise) Schlachtabfälle zum Anlocken von Beutegreifern verwenden, dazu bei, dass Seuchen von Hausschweinen in die freie Wildbahn getragen werden.

 

Behauptung 3: Die jagdliche Hege ist ein Beitrag zum Tier- und Naturschutz:

Falsch. Die jagdliche Hege dient in erster Linie dem Ziel, eine möglichst große Anzahl möglichst prächtiger Tiere zum Abschuss zur Verfügung zu haben. Darunter haben zunächst einmal alle Lebewesen zu leiden, die diesem Ziel zuwiderlaufen - Beutekonkurrenten wie Fuchs und Marder etwa, die im Rahmen der "Hege mit Flinte und Falle" erbarmungslos verfolgt werden. Als Beitrag zum Naturschutz kann das schwerlich gewertet werden. Darüber hinaus werden im Rahmen so genannter "Biotopverbesserungen" die Lebensbedingungen in Feld und Flur gezielt zugunsten jagdbarer Arten verändert. Tiere, die nicht gejagt werden dürfen und damit für den Jäger nicht interessant sind, werden dabei teilweise oder vollkommen verdrängt. Manche Tierarten - wie etwa Rehe oder Wildschweine - werden von Jägern gezielt gefüttert. Dadurch werden natürlich einerseits die Abschusschancen maximiert, andererseits aber auch künstlich überhöhte Wilddichten geschaffen. Die resultierenden Schäden in der Forst- und Landwirtschaft werden dann allzu oft zum Anlass genommen, nach höheren Abschusszahlen für das so genannte Schalenwild zu rufen.

 

Behauptung 4: Jagd ist erforderlich, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft zu vermeiden:

Falsch. Durch die massive Fütterung von Rehen, Hirschen und Wildschweinen im Rahmen der jagdlichen Hege tragen die Jäger ja gerade dazu bei, die Populationsdichten dieser Tierarten künstlich auf hohem Niveau zu halten. Hege schafft also die vermeintliche Notwendigkeit der Jagd auf Reh, Hirsch und Wildschwein erst. Abgesehen davon, macht die Jagd die Tiere scheu und zwingt sie in die Deckung des Waldes. Dadurch kommen Rehe und Hirsche, die eigentlich Wiesen- und keine Waldtiere sind, oftmals erst mit den jungen Bäumen, an denen sie Schäl- und Verbissschäden anrichten, in Kontakt. Doch je mehr Schäden entstehen, desto intensiver werden die Rufe nach schärferer Bejagung. Das Zusammenspiel von Jagd und Hege erzeugt damit einen Teufelskreis, unter dem nicht nur Natur und Tiere, sondern auch Land- und Forstwirtschaft zu leiden haben.

 

Behauptung 5: Jäger schützen bedrohte Tierarten:

Falsch. Selbst Wildtiere wie der Feldhase, die nach Einschätzung führender Wissenschaftler als bestandsbedroht einzustufen sind, werden von der Jägerschaft nach wie vor zu Hunderttausenden erschossen. Außerdem behaupten Jäger, sie müssten Füchse und andere Beutegreifer mit Flinte und Falle verfolgen, um deren Beutetiere vor dem Aussterben zu bewahren. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Abgesehen davon, dass man so intelligente und anpassungsfähige Tiere wie Füchse mit jagdlichen Mitteln ohnehin nicht dezimieren kann (s. o.), erweisen sie ihren Beutetieren einen wichtigen Dienst. Dadurch, dass sie vor allem schwache und kranke Tiere erbeuten, halten sie beispielsweise Hasenbestände fit und gesund. Darüber hinaus setzen Jäger faunenfremde Tiere wie Fasane zu Jagdzwecken aus. Diese Arten stellen eine nur bedingt kalkulierbare Bedrohung für die einheimische Fauna dar - mancherorts wurde etwa das bestandsbedrohte Birkhuhn durch den Fasan verdrängt. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass die Jagd selbst häufig nicht selektiv ist - Fallen beispielsweise töten wahllos, egal, ob es sich bei dem Opfer um einen Marder, ein Eichhörnchen oder eine Hauskatze handelt, und auch bei der Jagd mit dem Gewehr ist nicht immer klar, wer oder was das Opfer ist. Wie sonst wären die zahlreichen Jagdunfälle ("Jäger verwechselt Treiber mit Wildschwein") und versehentlichen Abschüsse von Haus- und Weidetieren zu erklären?

 

Behauptung 6: Jagd ist ein erhaltenswertes Kulturgut:

Falsch. Jagd hat ohne jeden Zweifel eine jahrhundertealte Tradition - eine Tradition voller Blutvergießen, Grausamkeit und sinnloser Qual. Mittelalterliche Jagdarten, bei denen beispielsweise Füchse bis zu ihrem qualvollen Tod wieder und wieder in die Luft geschleudert oder Rehe und Hirsche in Massen gefangen und anschließend in abgegrenzten Arenen von adligen Schützen hingerichtet wurden, sind schon vor geraumer Zeit verboten worden. Auch andere traditionsreiche, aber ethisch fragwürdige Praktiken wie Hexenverbrennungen oder Sklaverei wurden längst als anachronistisch erkannt und von der modernen Gesellschaft über Bord geworfen. Wie die Geschichte zeigt, muss mit überkommenen Traditionen manchmal gebrochen werden, wenn sie dem ethisch-moralischen Fortschritt im Weg stehen.

 

Behauptung 7: Jäger sind tier- und naturliebende Menschen:

Falsch. Jäger wurden sowohl in Europa als auch in den USA schon psychologischen und soziologischen Untersuchungen unterzogen und hinsichtlich verschiedener Aspekte mit Nichtjägern verglichen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Jäger keine höhere Naturverbundenheit aufweisen als Nichtjäger, Themen des Tier-, Umwelt- und Naturschutzes eher negativ gegenüberstehen und allgemein eine höhere Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen zeigen. Die jägerische Tier- und Naturliebe erfreut sich nicht am Dasein des geliebten Objekts; vielmehr zielt sie darauf ab, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen, und gipfelt darin, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen. Nirgendwo zeigt sich dies deutlicher als in den Jagderzählungen, die in praktisch jeder Ausgabe der gängigen Jagdzeitschriften zu finden sind.

 

Behauptung 8: Die "Waidgerechtigkeit" sorgt dafür, dass bei der Jagd alles "fair" zugeht:

Falsch. Die "Waidgerechtigkeit" ist ein ungeschriebenes Gesetz, dessen Inhalt die Jäger unter sich ausmachen. Dadurch, dass dieser Terminus Eingang in die Tierschutzgesetzgebung gefunden hat, ist praktisch alles legal, was noch irgendwie als "waidgerecht" bezeichnet werden kann. Jägern werden damit Verhaltensweisen gestattet, die bei jedem anderen Menschen sofort zu einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz führen würden. Die weiter unten aufgeführten Jagdarten sind Beispiele dafür. Mit "Gerechtigkeit" hat die "Waidgerechtigkeit" nur wenig zu tun. Während es verpönt ist, das "edle" Hochwild an der Fütterung zu erschießen, hat kein Jäger Skrupel, dasselbe mit dem verhassten Beutekonkurrenten Fuchs zu tun. Bei einer Treibjagd darf allerdings nur der Jäger ein verletztes Tier endgültig töten, der es zuvor auch angeschossen hat - mit dem Resultat, dass so mancher Hase oder Fuchs sich stundenlang blutend in unerträglichen Schmerzen winden muss, bevor man ihn schließlich umbringt. "Gerechtigkeit" also allenfalls für die Jäger, keineswegs jedoch für die Tiere.

 

Behauptung 9: Der Abschuss freilaufender Haustiere ist zum Schutz von Wildtieren erforderlich:

Falsch. In wildbiologischen Studien tauchen Haustiere als Mortalitätsfaktor für die betreffenden Forschungsobjekte in aller Regel nicht einmal auf; nur ein geradezu lächerlich kleiner Teil der "jagdbaren" Tiere fällt Hunden und Katzen zum Opfer. Dennoch haben Jäger das Recht, im Rahmen des so genannten Jagdschutzes vermeintlich wildernde Hunde und Katzen zu erschießen - im Falle von Katzen bereits dann, wenn sie sich nur wenige hundert Meter vom nächsten bewohnten Haus befinden. Offensichtlich macht die Jägerschaft davon regen Gebrauch. Zwar werden keine offiziellen Abschussstatistiken geführt, doch wird die Anzahl jährlich von Jägern getöteter Haustiere auf 350.000 bis 600.000 Katzen und 30.000 bis 60.000 Hunde geschätzt. 

 

Behauptung 10: Jäger töten angst- und schmerzfrei:

Falsch. Die Jagdzeitschriften sind voll von Berichten über so genannte Nachsuchen, bei denen Tiere zuerst nur angeschossen und schließlich nach oft stundenlanger Verfolgung getötet werden. Schätzungen zufolge treffen zwei Drittel aller jagdlichen Projektile ihr Ziel, ohne es zu töten! Praktisch alle Jagdarten sind grausam. Ein besonders übles Beispiel ist etwa die Baujagd: Dabei sollen Füchse mit auf Schärfe abgerichteten Hunden aus ihrem Bau vor die Flinten wartender Jäger gehetzt werden. Jungfüchse werden in Gegenwart ihrer entsetzten Eltern vom Jagdhund zerfleischt; manche Füchse lassen sich in ihrer Verzweiflung auf Kämpfe mit dem Hund ein, was nicht selten zum Tod beider führt. Im Hinblick auf die Jagd mit angeblich "sofort tötenden" Schlagfallen gibt es Studien, die ausweisen, dass ein Großteil der darin gefangenen Tiere schwer an Pfoten, Schwanz oder Körper verletzt wird und mehr als 20 % der Fallenopfer entkommen mit Laufverstümmelungen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die allherbstlichen Treibjagden: Voraussetzung für den Erfolg einer Treibjagd ist die panische Angst der gejagten Tiere, um sie zur Flucht aus dem für sie zunächst sicheren Versteck zu bewegen.

 

 

 

Informationen:

 

Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaft verstößt gegen Menschenrechte

 

In Deutschland müssen Tierfreunde dulden, dass Jäger auf ihrem Grundstück Tiere abschießen. Der deutsche Gesetzgeber weigert sich bislang, die Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) auch bei uns in geltendes Recht umzusetzen. Nach wie vor ist bei uns zulässig, was anderswo längst verboten ist: Auch Grundstücksbesitzer, die gegen das Töten auf ihrem eigenen Grund und Boden eingestellt sind, werden gezwungen, einer Jagdgenossenschaft beizutreten, die #wiederum das Recht zur Tötung auf Jagdpächter überträgt. Deutsche Grundbesitzer müssen per Gesetz zulassen, dass ihr Grund und Boden mit Blei kontaminiert wird, auf ihm Fallen aufgestellt, Gesellschaftsjagden abgehalten und Tiere, auch Haustiere, abgeschossen werden. Das kann bereits passieren, wenn Sie ein Haus am Waldrand haben und Ihr Stubentiger gern mal eine Maus fängt.  

 

Bereits 1999 stellte der EGMR im Rechtsstreit Chassagnou ./. Frankreich fest, dass die Verpflichtung, einer Jagdgenossenschaft zwangsweise beitreten und die Jagd auf eigenem Grundeigentum dulden zu müssen, gegen elementare Menschenrechte verstößt. Dies hat der EGMR am 10.06.2007 in einem weiteren Verfahren bestätigt:

 

Der Klage einer luxemburgischen Grundstückseigentümerin auf Ausgliederung ihres Privatbesitzes aus einem sog. Jagdsyndikat und auf Befreiung von der obligatorischen Mitgliedschaft wurde vom höchsten europäischen Gericht stattgegeben!

 

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Nichtannahmebeschluss vom Dezember 2006 den Weg für die erste Klage aus Deutschland zum EGMR frei gemacht. Ein betroffener Grundstückseigentümer legte im April 2007 Beschwerde beim EGMR ein. Der Europäische Gerichtshof ließ verlauten, dass er sich 2008 mit dem deutschen Fall befassen werde. Dies könnte das Ende der Zwangsmitgliedschaft in deutschen Jagdgenossenschaften einläuten.

 

Das Urteil im franz. Original: http://www.zwangsbejagung-ade.de/rechtlichegrundlagen/index.html

 

Die Klage des deutschen Grundstückseigentümers an den Europäischen Gerichtshof im Wortlaut:

http://www.zwangsbejagung-ade.de/rechtlichegrundlagen/klagevoreuropgerichtshof2007/index.html

 

 

 

So begann 2008:

 

Alle Jahre wieder... Zweifelhafte "Tradition"

 

Weidmänner lassen 2007 gemeinsam ausklingen

Treibjagd zum Jahresende soll in Schollene zur Tradition werden

 

+Um die Treibjagd unter den Jägern der Schollener Jagdgemeinschaft zu pflegen, organisierten die Jäger gemeinschaftlich ihre erste Treibjagd. Die Ansitz-Drück-Jagd fand im Gebiet der Schollener Jagdgenossenschaft statt und soll in den nächsten Jahren Tradition unter den Weidmännern aus Schollene werden. Vorgesehen ist dafür die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, um das Jahr gemeinsam und gemütlich ausklingen zu lassen. Um das jagdliche Brauchtum fortzuführen, sind auch die Jagdhornbläser mit dabei. Am Freitag nahmen etwa 40 Jäger und 30 Treiber an der Gesellschaftsjagd teil. Erlegt wurden fünf Rehe und ein krankes Schwein, welches von den Hunden gestellt wurde.

Nach der erfolgreichen Jagd saßen die Weidmänner und Jagdhelfer noch in gemütlicher Runde beisammen. Wer sich unweidmännisch verhielt, wurde zur Verantwortung gezogen, die Verstöße
wurden mit einem Jägertrunk bestraft.

 

Im Raum Schollene können die Jäger einen gesunden Wildbestand verzeichnen, wurde berichtet. Zu den drei Jagdbögen in Schollene zählen neben der neu eingeführten Treibjagd für die Einheimischen zwei große Treibjagden mit Gästen.

 

Quelle: Volksstimme, Jan. 2008

 

 

Diana und Petrus sind Jägern und Treibern hold

 

90 Jäger und Treiber haben sich am Sonnabend zur Jagd getroffen. Die Jäger der Reviere Jeetze und Siepe hatten bereits zum elften Mal dazu eingeladen. Fünf Wildschweine und vier Stück Rehwild haben die Schützen zur Strecke gebracht.

 

Jeetze. Das Jagdgebiet rund um Jeetze und Siepe erstreckt sich über 1500 Hektar. "Gejagt wird aber nur im Wald, und das sind rund 350 Hektar", sagte Mitorganisator Hans-Joachim Brodkorb aus Jeetze. Am Sonnabendmorgen haben sich 90 Teilnehmer zur Treibjagd auf dem Feuerplatz vor Jeetze getroffen. Gegen 9 Uhr fiel der so genannte Startschuss. Vorher erwärmten sich die rund 50 Jäger und 40 Treiber mit Glühwein. "Wir haben diesmal viel Glück mit dem Wetter. Bei Regen macht das keinen Spaß", meinte Hans-Joachim Brodkorb. Die Teilnehmer waren aus der näheren Umgebung angereist. "Wir revanchieren uns", sagte er. Die Jäger laden sich zu ihren Veranstaltungen gegenseitig immer wieder ein. Gute Bekanntschaften und Freundschaften sind dabei schon entstanden. Unter anderem kamen die Jäger aus Plathe, Brunau, Mehrin, Dolchau und Jeggeleben. "Auch die Verpächter sind zu jeder Jagd eingeladen", sagte der Jeetzer Jäger. Mit festem Schuhwerk und wettersicherer Kleidung waren sie ausgerüstet. Besonders wichtig sei jedoch die Kennung mit Signalfarben. "Wir achten sehr auf Sicherheit", so Brodkorb. Auch in diesem Jahr ist die Jagd ohne Zwischenfälle verlaufen. "Dafür haben wir Schützenführer", erklärte Brodkorb und fügte hinzu: "Ein Schützenführer hat etwa zehn Jäger unter sich." Dank moderner Technik sind sie über Mobiltelefone miteinander verbunden.

Gegen 14 Uhr war die Jagd beendet. Nach und nach trafen die Treiber und Jäger wieder am Ausgangspunkt ein. Die Schützen legten ihr geschossenes Wild zur Strecke. Unter anderem haben Friedrich-Wilhelm Tiedge, Frank Tiedge, Uwe Laesecke, Wolfgang Ramelow, Bodo Schlagmann und Michael Schlagmann Wildtiere erlegt. "Manch einer von ihnen hat sogar zwei Tiere geschossen", sagte Brodkorb. Feierlich wurden sie für ihren treffsicheren Meisterschuss geehrt. Danach folgte in der ehemaligen Gaststätte der gemütliche Teil – das so genannte "Schüsseltreiben"...

 

Quelle: Volksstimme, Ivonne Bolle, Jan. 2008

 

 

Pflichtmitgliedschaft ist gerechtfertigt (von Karl-Friedrich Kaufmann)

 

Das Jagdrecht ist seit über 150 Jahren in Deutschland ein Eigentumsrecht, das an den Grund und Boden gebunden  ist. Die Jagdgenossenschaft ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Alle Bodeneigentümer sind per Gesetz Mitglied der jeweiligen örtlichen Jagdgenossenschaft. Nur dadurch können das Reviersystem und eine flächendeckende Hege der einheimischen Wildarten mit gesetzlich regulierter Bejagung gesichert werden. Mit der Jagd sind die Hege des Wildes und die Pflege seiner natürlichen Lebensgrundlagen in Wald und Flur verbunden.

Für Grundeigentümer und Eigenjagdbesitzer besteht die Pflicht, Mitglied einer Jagdgenossenschaft zu sein. Diese Pflicht ist nach wie vor nicht unumstritten, aber durchaus sinnvoll. Erst kürzlich konnten durch eine Diplomarbeit der Humboldt-Universität Berlin die ökonomischen und sozialen Hintergründe einer Pflichtmitgliedschaft belegt werden. Immer wieder gibt es Angriffe und Klagen der Bodeneigentümer gegen die Pflichtmitgliedschaft. Es gibt jedoch genügend Argumente, die beweisen, dass es keinen Sinn macht, bestehende Strukturen zu ändern. Die Pflichtmitgliedschaft senkt sowohl für die Behörden die Kosten als auch für die Grundeigentümer. Eine Pflichtmitgliedschaft dient der Senkung von Transaktionskosten der Wildbewirtschaftung und kann außerdem dabei helfen, Nutzerkonflikte zu regulieren. Die Kostenvorteile einer Pflichtmitgliedschaft sind größer als die Nutzensverluste, da Staatsinterventionen vermindert sowie Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Eigenjagdbesitzer maßgeblich gestärkt werden. Allerdings haben die Mitglieder einer Jagdgenossenschaft auch Verantwortung gegenüber der Bevölkerung. Sie dürfen sich nicht nur als Verpächter ihrer Flächen sehen.

 

Es gehören auch gewisse, wenn auch nicht gesetzlich verankerte Kontrollen der ordnungsgemäßen Ausübung der Jagd dazu. Es gehört außerdem dazu, dass sich Jagdgenossenschaften stärker mit jagdrechtlichen Fragen und Problemen des Natur- und Umweltschutzen im Interesse der Nachhaltigkeit beschäftigen. So kann letztendlich auch das Image der Jagd weiter hoch gehalten werden. Damit können ständig wiederkehrende Angriffe gegen das Jagdsystem und auch Missstände im eigenen Bereich verhindert werden. Viele Konflikte zwischen Eigenjagdbesitzern  und Anwohnern können mit entsprechender jagdlicher Rücksichtnahme vermieden und durch ein vernünftiges Miteinander verhindert werden. Die überwiegende Zahl der 120 000 Grundeigentümer in Sachsen-Anhalt hat längst erkannt, dass eine Pflichtmitgliedschaft aus ökonomischen und auch sozialen Gründen durchaus gerechtfertigt ist.

 

Quelle: Volksstimme vom 02.12.2005

(Herr Kaufmann ist Vorsitzender der Landes-AG Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer.)!!

 

 

Peter Barczik, Vorsitzender des LV Sachsen-Anhalt der Tierschutzpartei ließ diesen Beitrag nicht widerspruchslos.

 

Seine Antwort erschien am 09.12.2005 in der Volksstimme:

„Es ist wohl selbstverständlich, dass ein Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaften sich vehement für die Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften artikuliert – oder sollte man von Zwangsmitgliedschaft reden? Es fällt schon auf, dass in letzter Zeit mehrere Artikel zur Rechtfertigung all dessen, was die Jagd anbetrifft, erschienen sind. Außer Jägern und ihren Sympathisanten gibt es jedoch Bürger, für die Verfassungsgüter wie zum Beispiel der Schutz des Privateigentums sowie der Tierschutz eine höhere Bedeutung haben als das Töten von Tieren unter anderem aus Leidenschaft wie bei „passionierten Jägern“. Europaweit gibt es inzwischen andere Urteile als bei deutschen Gerichten bisher noch üblich. So stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn jemand durch Zwangsmitgliedschaft verpflichtet wird, sein Grundeigentum für Dinge zur Verfügung zu stellen, die seinem Willen widersprechen. Seit dem Jahr 1999 wurde dieses Urteil im Interesse von Klagen seitens der jeweiligen Grundeigentümer bereits umgesetzt.“

 

 

 

Prozess vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg

Bayer will keine Jagd auf seiner Wiese

 

Vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg beginnt am Donnerstag ein für Sachsen Anhalt bis dato einmaliges Verfahren. Ludwig Weyhe aus Remlingen (Bayern), Eigentümer von einem halben Hektar Wiese bei Schielo (Landkreis Quedlinburg), klagt gegen seine Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft. Der pensionierte Finanzbeamte möchte erreichen, dass auf seinem Besitz nicht mehr gejagt werden darf, weil er die Jagd ablehnt. Nach dem deutschen Jagdrecht sind Besitzer von Grundstücken (Wiese, Wald, Acker,) außerhalb von Wohngebieten - sofern sie nicht die Mindestgröße von 75 Hektar zu Bildung von Eigenjagden haben - automatisch Mitglieder einer Jagdgenossenschaft. Sie hat den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie verpachtet das Jagdrecht an Jäger. Dem Eigentümer fließen Einnahmen aus der Pacht und dem Verkauf des Wildbrets zu. Weyhe will vor Gericht gegen das Landesjagdgesetz vorgehen, das eine Herauslösung von kleineren Grundstücken aus dem Jagdrecht nicht zulässt. Der erklärte Jagdgegner und Vegetarier begründet sein Vorgehen vor allem mit ethischen Fragen des Tierschutzes. Ihm widerstreben die Aufgaben der Jagdgenossenschaft „aus tiefster Überzeugung“, der er per Gesetz zum Beitritt verpflichtet ist. „Das wäre genauso, als würde man mich als Vegetarier zwingen, Anteile an einem Schlachthof zu besitzen mit dem Argument, `ich sei nicht gezwungen`, selbst die Mordwerkzeuge in die Hand zu nehmen“, erklärte er der Volksstimme. Mit einer für ihn positiven Entscheidung rechnet der Kläger nicht. Bereits in einer Eilentscheidung im August hat das Gericht erkennen lassen, dass es dem Jagdrecht höheren Rang einräumt. Weyhe will notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Der hatte bereits im April 1999 französischen Jagdgegnern unter Berufung auf ihr Eigentumsrecht die Befreiung ihrer Grundstücksflächen von der Jagd zugebilligt. Zwei weitere Jagdgegner klagen in ähnlicher Sache vor dem Bundesverfassungsgericht. „Die Pflichtmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft ist ein Eckpfeiler des Jagdwesens“, erklärte Dietrich Kramer, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. „Wenn wir das aufgeben, entsteht ein Flickenteppich für die Jagd.“ Ein Grundsatzurteil hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig bereits am 14. April 2005 gefällt: Die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften verstößt nicht gegen höherrangiges Recht, die Einschränkung des Eigentumsrecht sei im Interesse einer vernünftigen Hege und Pflege des Wildes zulässig.

 

Quelle: Volksstimme vom 08.11.2005 von Silke Janko

 

Ergänzung: Herr Weyhe ist Mitglied unserer Partei.

 

 

08.02.2005: NABU will Verbot von Bleimunition

 

Der Naturschutzbund NABU fordert ein bundesweites Verbot von Bleimunition für die Jagd. Zur Begründung führten die Umweltschützer wissenschaftliche Untersuchungen an, nach denen viele Seeadler an Bleivergiftungen verenden. So werden in Brandenburg 42 % aller Todesfälle bei Seeadlern durch Vergiftungen mit Bleimunition verursacht. Das Gift sammelt sich in den Tieren an, die am Ende der Nahrungskette stehen. "Blei hat in der Landschaft nichts zu suchen und sollte nicht auch noch künstlich ausgebracht werden", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

 

Quelle: ARD-Videotext

 

 

21.05.2004: Jagdjahr ausgewertet

 

Auf rund 7 % der Gesamtjagdfläche des Landes wurden im zurückliegenden Jagdjahr 14.643 Stück Schalenwild gestreckt. Dies entspricht rund 20 % der Gesamtstrecke Sachsen-Anhalts, teilte der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt mit. Im Einzelnen handle es sich um 1218 Stück Rotwild, 1277 Stück Damwild, 438 Stück Muffelwild, 5504 Stück Schwarzwild und 6206 Stück Rehwild. Weiterhin seien 995 Füchse, 101 Waschbären sowie Dachs, Marderhund und Mink gestreckt worden. Die stärksten Trophäenträger der Wildarten Rotwild, Damwild und Muffelwild des Landesforstbetriebes seien in den Forstämtern Burgstall, Nedlitz und Blankenburg von Jagdgästen erlegt worden, informierte der Landesforstbetrieb weiter. Bei der Trophäenbewertung des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt im Forstamt Burgstall konnten 2 Damwildtrophäen aus dem Forstamt Nedlitz als Spitzentrophäen bewertet und mit Goldmedaillen ausgezeichnet werden. Auch in diesem Jagdjahr vergibt der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt Trophäenabschüsse sowie Jagdmöglichkeiten bevorzugt an revierlose Jäger. Die Vergabe von Trophäenträgern kann noch bis zum 31. Mai beim Landesforstbetrieb beantragt werden.

 

Quelle: Magdeburger Volksstimme

 

Kommentar: Dieser Artikel macht ein weiteres Mal deutlich, dass es Jägern nur um den Spaß am Totschießen von Tieren und das Erbeuten von Trophäen geht. Das Märchen der "Hege und Pflege" dient nur als Rechtfertigung, um im Wald herumballern zu können. Jagdgäste kommen hierher nach Sachsen-Anhalt, um Trophäen zu schießen - dieser Jagdtourismus muss endlich aufhören! Bezeichnend für die "Tierliebe" der Jäger ist auch ihre perfide Jägersprache: Tiere sind keine fühlenden Lebewesen, sondern Objekte, "Stücke", die "gestreckt", also erschossen werden. Die Zeit ist reif, dass die Jagd, die in Wahrheit nur das Umbringen von Tieren als Freizeitvergnügen ist, endlich verboten wird!       

 

 

27.04.2004: Ausstellung des Landesjagdverbandes - Jagdtrophäen prämiert

 

Das Forstamt Burgstall war am Wochenende Ziel vieler Jäger aus ganz Sachsen-Anhalt. Grund dafür war die Ausstellung der besten Jagdtrophäen des Bundeslandes aus dem vergangenen Jagdjahr. Vor dem Gebäude des Forstamtes waren Geweihe von Dam-, Rot- oder Rehwild, die geschwungenen Hörner des Muffelwildes oder die gigantischen "Gewehre", die Hauer des männlichen Schwarzwildes, aufgereiht. Nicht nur die Experten, sondern auch zahlreiche Schaulustige bestaunten die Trophäen. Burgstall war nach dem vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal Veranstaltungsort für die Trophäenauswertung des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt. Es wurden für die 86 vorgestellten Trophäen 11 Gold-, 30 Silber- und 33 Bronzemedaillen vergeben. "Die Bewertung ist ein Maßstab für die Qualität des Wildes in unserer Region. Die vielen Medaillen beweisen eine hohe Qualität.", kommentierte Andreas Kriebel vom Forstamt Burgstall.

 

Quelle: Magdeburger Volksstimme

 

Kommentar: Dieser Artikel beweist wieder einmal mehr, dass es den Jägern nicht um "Hege und Pflege" und Tier- und Naturschutz geht, wie sie die Öffentlichkeit immer noch glauben machen wollen, sondern ganz allein um die Lust am Töten und das Erbeuten möglichst prächtiger Trophäen, die dann noch mit Preisen belohnt werden und mit denen sich die Jäger brüsten! Und die Bemerkung von Herrn Kriebel zeigt, dass Jäger die Qualität des Wildes nur an den begehrten Trophäen festmachen, und entlarvt damit die wahren Motive der Jäger selbst.

 

 

26.04.2004: Sachsen-Anhalt ist gegen ein neues Jagdgesetz

 

Die Landesregierung hat Sachsen-Anhalts Waldbesitzern und Jägern den Rücken gestärkt. Das Land sei gegen die Pläne der Bundesregierung, das Bundeswald- und Jagdgesetz zu ändern, sagte der Staatssekretär im Agrar- und Umweltministerium, Hermann Onko Aeikens, am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt in Magdeburgerforth (Jerichower Land). Aeikens sagte, statt ein neues Gesetz zu machen, sollten die Kriterien für staatliche Förderungen der Forstwirtschaft neu bestimmt werden. So sollten Naturschutz- und Gemeinwohlleistungen besser honoriert werden. Kritisch äußerte er sich zu Einschränkungen bei Jagdmethoden. Die Fallenjagd hätte zur Tollwut-Eindämmung bei Füchsen geführt. Ein Entwurf des Bundesagrarministeriums sieht eine Reihe von Verboten und Auflagen vor. So sollen die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren, die Fallenjagd sowie das Töten freilaufender Hunde und Katzen während der Jagd verboten werden. Zur Verringerung der Bestände an Schalenwild sollen die Fütterung und der Einsatz von Medikamenten nicht mehr erlaubt sein. Vorgesehen ist der grundsätzliche Verzicht auf Kahlschläge, Pflanzenschutzmittel, Dünger sowie auf gentechnisch veränderte Pflanzen.

 

Quelle: Magdeburger Volksstimme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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