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Demo in Gerbisbach bei Jessen gegen Mastanlagen

 

   

1. MDR filmt für die Abendnachrichten, 2. + 3. Ansprachen, 4. Glückliches Schwein 

  

 5. + 6. Mensch an Mensch - Der Protestzug nimmt kein Ende

Fotos 1, 2, 5 und 6: Bettina Fassl

Fotos 3 und 4: BI Mahlwinkel/Cobbel

 

 

Aus allen Himmelsrichtungen waren etwa 1 000 Teilnehmer (vom Kind bis zum Senior) zur Protestaktion

gegen die geplante Schweinemastanlage am Ostermontag nach Gerbisbach gekommen.

 

"Sie sei überwältigt, bekannte Gabriele Wolf nach Abschluss der Protestaktion gegen die geplante

Schweinemastanlage in Gerbisbach am Montagnachmittag. Die Sprecherin des Initiativkreises schaute

dabei auf die vielen Teilnehmer, die sich auf den Nachhauseweg begaben.

 

Er sei glücklich, dass sich so viele Leute eingefunden hatten, bekannte Oliver Wendenkampf,

Geschäftsführer des Landesverbandes Sachsen-Anhalt des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND),

in dessen Verantwortung die Demonstration ablief. Zwar gab es zur Teilnehmerzahl unterschiedliche

Angaben. Oliver Wendenkampf sprach von 1 500 Menschen, die sich eindeutig gegen die

Schweinemastanlage positioniert hätten, der Gerbisbacher Initiativkreis von etwa 1 000 Leuten. Doch

sicher ist, dass dieses Thema am Ostermontag viele Leute mobilisiert hat. Das anerkannte auch Kristina

Grahn von der Bürgerinitiative Mahlwinkel/Cobbel, die ebenfalls gegen Pläne des Schweinemastinvestors

Harrie van Gennip und seines Projektmanagers Helmut Rehhahn kämpft. "So viele Leute haben wir noch

nicht auf die Beine bringen können", äußerte sie lobend.

 

"Wir brauchen keine Investoren, die mit dieser Riesensauerei ein Schweinegeld verdienen", hatte Solveig

Barthel vom Initiativkreis zu Beginn der Kundgebung gesagt. Steffen Löwe bedankte sich bei allen 5 200

Leuten, die sich bislang mit ihrer Unterschrift gegen die industrielle Mastanlage in Gerbisbach wandten.

Hier drohe ein "Fremdkörper in unserer Kulturlandschaft", so Löwe. Die Veranstaltung wollte er auch als

Signal an die Genehmigungsbehörden verstanden wissen, dass sich die Einwohner für ihre schöne Heimat

einsetzen. Dazu gab es auch einen klingenden Beitrag. Unter Leitung von Kantor Volkmar Genterczewsky,

der auf der Gitarre begleitete, sangen Mitglieder verschiedener Chöre der Region "Kein schöner Land".

Viele Gäste stimmten mit ein.

 

Clemens Wanzke von der Bürgerinitiative Weißenfels (dort existiert ein großer Schlachthof) ermunterte

die Gerbisbacher, sich bereits im Vorfeld gegen das Schweinemastprojekt zu wehren. Denn die

Weißenfelser könnten aus eigener Erfahrung berichten, dass man sich auf die von Behörden in Aussicht

gestellten Kontrollen "überhaupt nicht" verlassen kann. "Wer sagt denn, wie viele Schweine am Ende

wirklich in den Ställen stehen."

 

Nachdem ein Grußschreiben der Schweinemastgegner aus Haßleben verlesen worden war, setzte sich der

Zug zum Gelände, auf dem die Mastanlage entstehen könnte, in Bewegung. Schauspieler Thomas Rühmann

(Hauptdarsteller in der ARD-Fernsehserie "In aller Freundschaft") erinnerte dort an einen Auftritt im Jessener

"Schützenhaus" mit dem Stück "Mitten in Amerika", in dem die drastischen Auswirkungen industrieller Mast

Thema sind. Er habe regelrecht die Angst der Gäste gespürt, "dass uns das auch passieren kann". Den

Applaus wertete er als klares Bekenntnis gegen "einen Irrweg, der bei ihnen durchgesetzt werden soll".

 

Auch wenn zum Ende der Aktion im Fischweg das Notstromaggregat und damit das Mikrofon ausfiel und

dem großen aufgeblasenen Schwein die Luft ausging, die Aktion am Montag hat wohl bewiesen, dass die

Schweinemastgegner einen langen Atem haben, trotz zuweilen auftretender Widrigkeiten."

 

Quelle: Frank Grommisch in der Mitteldeutschen Zeitung

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gerbisbach.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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