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Massentierhaltung
08.01.2009: CDU geht auf Distanz zu großen Schweinemastanlagen
Sachsen-Anhalts CDU geht auf Distanz zu Plänen für große Schweine- und
Geflügelmastanlagen im Land. Die industrielle Tierhaltung sei "keine
gute fachliche Praxis" in der Landwirtschaft, sagte
CDU-Umweltexperte Jürgen Stadelmann der Volksstimme.
Die CDU
reagiert damit auf den wachsenden Protest von Anwohnern, Tier- und
Umweltschützern gegen die Pläne deutscher und niederländischer
Investoren für große Schweinemästereien mit jeweils
10 000 Tieren. Außerdem gibt es im Land Anträge für den Bau von
Geflügelmastanlagen mit mehr
als 100 000 Tieren.
Stadelmann sagte: "Die CDU unterstützt derartige Anlagen mit industrieller
Tierhaltung nicht. Allerdings hat das Land keine Möglichkeiten, den
Bau solcher Betriebe zu verhindern, denn die
Planungshoheit liegt bei den Gemeinden."
Von den Plänen betroffen wäre beispielsweise die Gemeinde Binde (Altmarkkreis
Salzwedel), wo eine
Anlage von 30 000 auf 50 000 Tiere erweitert
werden soll. Ebenso in Gladau (Jerichower
Land;
Erweiterung von 11 000 auf 50 000 Tiere), in Zerbst (16 400 neue Plätze), in
Gerbisbach (Kreis
Wittenberg; 20 200 Tiere), in Ohrsleben (Börde; 9000 Tiere) sowie in
Dingelstedt (Kreis Harz; 5300
Tiere).
In einer Übersicht hat Stadelmann jetzt Möglichkeiten aufgelistet, mit denen
Gemeinden unerwünschte Großanlagen verhindern können. Er sagte:
"Mit Protesten allein kann man solche Pläne
nicht stoppen. Dies ist nur erreichbar, wenn die Gemeinden rechtzeitig ihre
Hausaufgaben
erledigen;
also möglichst genaue Flächennutzungs- beziehungsweise Bebauungspläne
beschließen, die
solchen Anlagen Grenzen setzen."
Denn
grundsätzlich habe ein Investor einen Anspruch auf eine Baugenehmigung. Die
Spielräume für unerwünschte Investoren seien dort besonders groß,
wo Gemeinden auf eigene baurechtliche
Rahmenpläne verzichten. Dort gelte dann lediglich allgemeines Baurecht.
Stadelmann, der Ingenieur und Planer ist, warnte allerdings vor einer
"Negativplanung". Industrielle Mastanlagen ließen sich nicht dadurch
verhindern, dass die Gemeinde potenzielle Stallflächen für Luftschlösser
reserviert." Das, was an Stelle von Schweine- oder Geflügelställen
erwünscht ist,
beispielsweise Flächen für Freizeitaktivitäten, muss Hand und Fuß haben",
erklärte der Politiker.
Stadelmann bedauerte, dass eine Reihe von Bürgermeistern und Gemeinderäten
Flächennutzungs- und Bebauungspläne für verzichtbar halte.
"Manche meinen, solche Planungen seien nur
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Ingenieurbüros. Wer so denkt, darf später
auch nicht Zeter und
Mordio schreien, wenn ein Investor vor der Tür steht und eine industrielle
Mastanlage errichten will." Dann sei es oft zu spät. Eine kommunale
Planung im Nachhinein, um eine bereits beantragte Anlage zu
verhindern, könne vor Gericht erfolgreich angefochten werden.
Das Hauptproblem sieht Stadelmann allerdings in der Nachfrage der Verbraucher
nach möglichst billigem Fleisch." Solange sehr viele Kunden dieses
industriell hergestellte Fleisch kaufen, wird es
Unternehmer geben, die diese Wünsche bedienen." Die Alternative sei, Fleisch
aus ökologischer
Produktion zu kaufen, das allerdings teurer sei.
Quelle:
Winfried Borchert, Volksstimme vom 08.01.2009
Anm.:
Oder man verzichtet ganz auf Fleisch, aber davor haben leider viele Menschen
noch immer Angst und meinen, sie müssten dann nur
Karotten nagen und würden verhungern...
19.11.2008: Ex-Landwirtschaftsminister wegen Bestechung verurteilt
Ex-Landwirtschaftsminister Rehhahn wurde am 04.06.2008 zu acht Monaten Haft
verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Weiterhin hat
er eine Geldstrafe in Höhe von 5.000,- Euro zu zahlen.
Das Amtsgericht Haldensleben sah es als erwiesen an, dass er am 06.12.2005 in
einem
Vier-Augen-Gespräch versucht hat, die Bürgermeisterin von Mahlwinkel, Karin
Osterland (FDP) mit 20.000,- Euro zu bestechen. Sie sollte dafür
sorgen, dass im Gemeinderat die negative
Einstellung gegenüber der geplanten Schweinemastanlage gekippt wird.
Gegen
das Urteil legte der Ex-Minister Berufung ein. Am 19. November 2008 kam es vor
dem Landgericht Magdeburg zu einer Kundgebung, an dem auch
Vertreter unseres Landesverbandes
teilnahmen.
Fotos:
Josef Fassl
Um
09.00 Uhr begann die Verhandlung, die mit dem für Herrn Rehhahn ernüchternden
Ergebnis endete,
dass die Berufung abgelehnt wurde. Seinen Erklärungsversuchen, es handele sich
um ein
"Missverständnis", das Geld sei für einen Kinderspielplatz, für Sport o. ä.
gedacht gewesen, konnten
auch die Berufungsrichter nicht folgen. Aus Sicht des Gerichts schied aus, dass
die tapfere Bürgermeisterin einen Sachverhalt konstruiert habe,
um dem Angeklagten zu schaden. Sie
hatte ausgesagt, dass sie äußerst aufgebracht war, dass jemand denke, sie kaufen
zu können.
Das
Urteil des AG Haldensleben wurde bestätigt. Herr Rehhahn fühlte sich einmal mehr
ungerecht
behandelt und sucht nun die Entscheidung des Oberlandesgerichtes in Naumburg.
Ostermontag 2008: Demo in Gerbisbach bei Jessen gegen
Mastanlagen

1. MDR filmt für die Abendnachrichten, 2. + 3.
Ansprachen

4. Glückliches Schwein, 5. + 6. Mensch an
Mensch - Der Protestzug nimmt kein Ende
Fotos
1, 2, 5 und 6: Bettina Fassl
Fotos 3
und 4: BI Mahlwinkel/Cobbel
Frau Merkel kommt - und wir
protestieren!
Wir
hatten es in Mahlwinkel angekündigt und ließen uns auch von den heißen
Temperaturen und dem Mangel an Schatten spendenden Plätzen nicht
abhalten: Der Protest gegen die flächendeckend in unserem Land geplanten
Schweinemastanlagen wurde am 26.06.2006 fortgesetzt. Der
deutsche
Bauernverband traf sich im Magdeburger Maritim-Hotel und hatte Frau
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Schlepptau. Sie wurden
"gebührend" empfangen...
Die
Sprecherin der Bürgerinitiative forderte, dass klare Auskunft über Subventionen
für die Landwirtschaft gegeben werden muss. Es kann nicht im
Interesse der Gesellschaft sein, riesige Tierfabriken oder andere Großbetriebe
zu subventionieren, die weder Rücksicht auf das Geschöpf "Tier" noch
auf die Natur nehmen. Auch
führen die Subventionen häufig nicht nicht zu Personal-Einstellungen. Dies zeige
das Beispiel
Müller-Milch.
Unverhoffte Hilfe bekamen die Demonstranten von den Teilnehmern der Tagung. Ein
paar Befürworter der gigantischen Mastanlagen wollten
eigentlich stören, indem sie die Reden mit lautstarken Triller-Pfeifen zu
übertönen versuchten. Die Aktion hatte aber letztlich den Effekt, dass
Außenstehende das Pfeifen als
Unterstützung unseres Protestes wahrnahmen. Danke nochmals, Ihr Bauern!
Die nachfolgenden Bilder sprechen wohl für
sich...
-
Die Proteste werden natürlich fortgesetzt!
Mai 2006: Kranzniederlegung vor der
Staatskanzlei und anschließende Vesper im Magdeburger Dom
Beeindruckend war die Demonstration der Tierschützer. Vor
der Staatskanzlei wurde Sachsen-Anhalt zu Grabe getragen, worüber
Ministerpräsident Böhmer am nächsten Tag, als er die Kränze sah, verärgert
reagiert haben soll. Welche Zumutung ist es auch, wenn Bürger ihr
grundgesetzlich garantiertes Versammlungsrecht wahrnehmen und es wagen,
ihre Meinung zu äußern!
In der nachfolgenden Festveranstaltung im
Magdeburger Dom verwies Domprediger Quast auf den 6. Schöpfungstag. Mensch und
Tier seien am selben Tag erschaffen worden. Der Mensch soll
nicht der Diktator über die Mitgeschöpfe sein. Diese seien ihm anvertraut. Die
Tiere würden vom Menschen ihren Namen erhalten und so aus der
Anonymität geholt. Er betonte: Was wir den Tieren antun, wird gegenüber der
Schöpfung und Gott getan.
Das ZDF berichtete...
Pressemitteilung: Tierschutzpartei des Landesverbandes Sachsen-Anhalt schlägt
Alarm
Mit großer Sorge verfolgt die Partei Mensch Umwelt
Tierschutz/Die Tierschutzpartei die Entwicklungen bezüglich der enorm vielen Massentierhaltungen gerade in unserem Bundesland. Immer
mehr holländische Investoren nutzen die prekäre wirtschaftliche Situation in den neuen Bundesländern aus, vor allem in der Landwirtschaft und in unserem Land. Es werden
Investitionen für Schweinehaltungen ungeahnten Ausmaßes vorgenommen, die in Holland und anderenorts gar
nicht erst gestattet oder zugelassen werden. Der ehemalige
Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Dr. H. Rehhahn, beteiligt sich sehr
aktiv an dieser „Schweinerei“ und an dem Ausverkauf unserer Ländereien. Es
sollte doch jeder darüber im Klaren sein, was Intensivhaltung
bedeutet: Mit einem Minimum an Arbeitskräften und wenig Arbeitsaufwand ein Maximum an Fleisch zu produzieren. Die wenigen Arbeitsplätze,
die dabei geschaffen werden, wiegen die enormen Nachteile und negativen Einflüsse für die dort wohnenden Menschen, die Umwelt und
natürlich auch für die Tiere nicht auf. Die Vernichtung von vielen Arbeitsplätzen in einheimischen landwirtschaftlichen
Betrieben und Zulieferfirmen sind vorprogrammiert.
Auch der Tierschutz wird bei diesen „Schweinefabriken“ in
jeglicher Art und Weise nicht beachtet. Fest steht, dass das Fleisch der nicht artgerecht gehaltenen, gequälten und gestressten Tiere für
uns Menschen gesundheitlich nicht gut sein kann. So fallen z. B. auf der
geplanten Mastanlage Flugplatz Allstedt, im südlichen Teil von Sachsen-Anhalt gelegen, bei 95500
Tierplätzen (jährliche Durchgangszahl ca. 191000 Tiere) rund 123000 Kubikmeter Gülle im Jahr an. Das sind etwa 100
Tankfahrzeuge mit je 30 Kubikmeter wöchentlich oder 4100 Gülletransporte
jährlich. Im Vergleich: etwa so viel Gülle, wie in der Großstadt Halle in einem Jahr anfällt.
Die Antragsteller kündigen auch an, auf der Basis von
konkreten Vorschriften zum Schutz von Biotopen und streng geschützten Arten ein Sachverständigengutachten zur Bewertung der Erheblichkeit
der Auswirkungen des Vorhabens auf die Schutzgüter Pflanzen und Tiere
vorzulegen. Es wird aber auch zugleich ein standortgerechter Umbau der angrenzenden
Waldflächen mit erhöhtem Laubholzanteil angekündigt, soweit sich Bereiche im Umfeld der
Schweinezucht und
–mastanlage ergeben, für die der Schutz vor erheblichen Nachteilen infolge
Schädigung empfindlicher Pflanzen und Ökosysteme durch die Einwirkung von Ammoniak nicht gewährleistet
werden kann. Die Auswirkungen auf die Luft, den Wald und die Natur durch Ammoniak ist unverantwortlich. Diese
Umweltzerstörung beinhaltet die Verunreinigung von Luft, Wasser und Boden sowie die Entwertung von Eigentum.
Wer will
noch in
einer derart geruchsbelästigten Gegend
wohnen, geschweige
investieren?
Im Übrigen ist das Gelände des ehemaligen Flugplatzes Bestandteil des vom Land Sachsen-Anhalt so hoch geschätzten Naturparks. Es liegt
wenige Kilometer vom Fundort der Sternscheibe bei Nebra. Solche Gebiete
unterliegen dem besonderen Schutz der deutschen Gesetze und denen der
EU-Staaten. Aber auch hier suchen die Antragsteller bereits nach Schlupflöchern, indem sie auf Ausnahmetatbestände
hinweisen oder vorhaben, solche zu erzeugen. Ausnahmetatbestände
können vorliegen, wenn das Projekt aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses
notwendig ist. Ist denn eine so übermäßige Massenproduktion von Schweinefleisch hier überhaupt notwendig?
Die Bürgerbewegung – Contra Schweinefabrik im Ziegelrodaer
Forst – und der Verein zur Förderung des Umwelt- und Landschaftsschutzes Ziegelrodaer und Allstedter
Forst e. V., u. a. auch mit Unterstützung des Kreisverbandes Sangerhausen der Tierschutzpartei,
haben es in vielen Veranstaltungen und Demonstrationen mit stichhaltigen Argumenten soweit
gebracht, dass die Landesregierung nach der Sommerpause nach nochmaliger Überprüfung entscheiden wird, ob das
Gelände für diese Schweinemassentierhaltung an den Investor verkauft werden
soll.
Die nächste „Schweinerei“ dieser Art und Weise, wie es
in Allstedt und Ziegelrodaer Forst entstehen soll, wird jetzt für die Zukunft
auf der ehemaligen Flugplatzanlage in Mahlwinkel geplant und soll
dort gebaut werden. Die ersten Probebohrungen haben diesbezüglich schon stattgefunden.
Und dann die nächste „Schweinerei“ im Ortsteil Plätz
in der Gemeinde Bertkow in der Nähe von Osterburg. Ein Landwirt aus dieser
Gegend gibt sich dazu her, Helfershelfer wieder für einen holländischen
Investor zu sein, der in seinem Heimatland keine Genehmigung mehr für so eine Schweinemastanlage in dieser Größenordnung erhält. Die Tierschutzpartei
verurteilt diese Aktion auf das Schärfste!
Wir appellieren an die Bewohner dieser Gegend, mit
Demonstrationen gegen diese unverantwortliche Verschmutzung und Vernichtung der
Umwelt, der Natur und der nicht artgerechten Tierhaltung vor Ort zu protestieren und mit stichhaltigen Argumenten auch diese „Schweinerei“ zu verhindern!
Für uns, die
Tierschutzpartei, die Umwelt- und Naturschützer ist es unverständlich, dass
solche Umweltverschmutzer und Tierquäler hier in
Sachsen-Anhalt mit offenen Armen empfangen werden!
Es darf nicht sein, dass:
-
Tierfabriken dieses Ausmaßes
die landwirtschaftlichen Strukturen in unserem Land zerstören!
-
Verdrängungswettbewerb ruiniert landwirtschaftliche Betriebe
-
Vernichtet mehr
Arbeitsplätze als neue entstehen.
-
Schweinefabriken produzieren
Ammoniak, das zur Verschlechterung des Waldzustandes führt!
-
Waldzustandsbericht 2004
-
Erhöhte
Stickstoffeinträge führen zur Zunahme der Bodenversauerungen und zu
Überdüngungen
-
Flora und Fauna
werden gefährdet und weiter geschädigt!
-
Massenhafte Gülleentsorgung
gefährdet das Grund- und Oberflächenwasser!
-
Gülle je nach
Größenordnung mit allen Begleitstoffen gelangen in die
Grundwasserein-zugsgebiete
-
bereits heute
sind die Sickergewässer stark nitratbelastet
-
diese Zusammenhänge
berücksichtigt die Düngemittelverordnung nicht, so dass weitere Schäden zu
befürchten
sind
-
Gesundheitliche Gefahren sind
zu befürchten!
-
Nitrate belasten
das Grundwasser, die wichtigsten Trinkwasserressourcen
-
Mit
Gülledüngungen gelangen Antibiotika, Schwermetalle und andere Stoffe über den
Boden und das
Grundwasser in die
Nahrungskette (Antibiotikaresistenzen)
-
Verbreitung von
Bakterien kranker oder toter Tiere und Übertragung auf Menschen
-
Lärm und
Luftverunreinigungen durch zunehmende Transporte (Krebsgefahr)
-
Veränderungen der
Luftgleichgewichte durch erhöhte Ammoniak- und Ammoniumkonzentrationen
Landwirtschaftliche Klein- und Mittelbetriebe gewährleisten
schon durch ihre Größenordnungen viel eher die Umweltverträglichkeit und die artgerechte Tierhaltung, die dem Verfassungsrang des
Tierschutzes sowie dem Tierschutzgesetz entsprechen. Vor allem aber garantieren
sie weitaus mehr beständige Arbeitsplätze im Vergleich zu den industriellen
Schweinemastbetrieben.
Sollten trotz der vielen Proteste und Demonstrationen von
Bürgerbewegungen, Vereinen, Parteien und überhaupt von Bürgern aus
Sachsen-Anhalt diese Massentierhaltungsbetriebe genehmigt werden, dann
erwarten wir, dass die Landesregierung, so wie in Allstedt, jedes Projekt durch
einen Beschluss genehmigt und somit die volle Verantwortung – auch für die Folgen –
übernimmt!
Peter Barczik, Vorsitzender des LV Sachsen-Anhalt
Aktion gegen Schweinemast
Das
Aktionsbündnis "Artgerechte Tierhaltung in Sachsen-Anhalt" engagiert sich seit
gestern gegen die geplanten Schweinemastanlagen in Allstedt
und Mahlwinkel. Im Bündnis seien unter anderem die über 800 000 Mitglieder des
Deutschen Tierschutzbundes vertreten, sagte ein Sprecher der
Organisation.
Gemeinsam mit Natur- und Umweltschutzverbänden, dem Neuland-Verein und örtlichen
Bürgerinitiativen kämpfe der Tierschutzbund
gegen diese "tierquälerischen und umweltpolitischen Wahnsinnsprojekte". Das Bieterkonsortium Nooren/Imovest
plant auf dem rund 480 Hektar
großen Gelände des ehemaligen
Flugplatzgeländes Allstedt unter anderem eine Schweinemastanlage für rund 95 000
Tiere. In Mahlwinkel ist eine
Anlage für rund 80 000 Tiere geplant.
Quelle: Volksstimme vom 02.02.2006
17. Oktober 2005: Protestzug gegen Schweinemastanlage
Mehrere hundert
Menschen haben am Sonnabend gegen eine geplante Schweinegroßmastanlage in
Allstedt im Südharz protestiert. Die Veranstalter sprachen
von bis zu 700 Teilnehmern, die sich auf einem Marsch und einer Kundgebung gegen
das Projekt wandten. Die Landesregierung hat den Verkauf
des ehemaligen Flugplatzgeländes
Allstedt bei Sangerhausen an ein Bieterkonsortium zum Preis von 865.000 Euro
beschlossen. Die
Investoren hatten zunächst auf dem 480 Hektar großen Gelände Flächen für die
Luftfahrttechnik sowie eine Schweinemastanlage für rund 95.000 Tiere
geplant. Nach Medienberichten soll nun ein Stall für 27.500 Tiere beantragt werden.
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
14. Oktober 2005: Schweinemast auf der Landebahn - Europas
größter Stall in Mahlwinkel?
Schweine im Anflug - so
könnte man respektlos eine Entwicklung umschreiben, die Sachsen-Anhalt derzeit
von Westen droht - genauer aus dem
Holländischen. Es geht um drei Großmastanlagen mit jeweils bis zu 100.000
Tieren. Gebaut auf ehemaligen sowjetischen Militärflughäfen. "Wer Schweine
bringt, wird Sauereien ernten!" - mit Flugblättern dieser Losung rufen derzeit
gleich mehrere Bürger-initiativen zu einem Marsch vor das
Rathaus von Allstedt (Landkreis
Sangerhausen) auf. Denn
jüngst hatte das Finanzministerium die Volksseele unweit von Sangerhausen unweit des berühmten Rosariums von Sangerhausen endgültig zum Kochen gebracht. Das Land
gab den Verkauf des ehemaligen sowjetischen
Militärflughafen Allstedt an ein Bieterkonsortium bekannt, hinter dem die holländischen
Brüder Jos und Sjaak
Nooren stehen. 865.000 Euro beträgt der
Festpreis für das 480 Hektar große Terrain.
Nicht nur eine Schweinemastanlage, sondern auch "verschiedene Betriebe der
Luftfahrttechnik", so das
Finanzministerium, seien geplant. Im Falle der Erteilung aller beantragter
Genehmigungen rechnet das Land mit einer Investitionssumme von 103
Millionen Euro. Hauptstreitpunkt sind aber die Schweine. Und das nicht nur in
Allstedt, sondern auch in Zerbst und in Mahlwinkel (Ohrekreis). Auch
dort gibt es brach liegende Militärflughäfen, auch dort hegen holländische
Schweinebauern Bauabsichten. Besonders zuversichtlich sind die
Investoren in Mahlwinkel. Zerbst scheint derzeit kein Thema zu sein. Ställe für
100.000 Tiere? Vergleichbare Stallungen gibt es noch nicht. Dank
vollautomatischer Abläufe, High-Tech-Filter und Biogasanlagen soll es zu keiner
schädlichen Umweltbelastung kommen, beteuern die Investoren. Wer
steht hinter dem Projekt? In Allstedt sind es die Brüder Nooren, beide Landwirte
von Beruf. Beide leben und arbeiten bereits seit der Wende in
Saubach - der Ort heißt wirklich so und liegt im Burgenlandkreis. Unweit des Ziegelrodaer
Forsts, einem Naturschutzgebiet, planen die beiden
direkt
auf der ehemaligen Landebahn des Flughafens Allstedt den Bau ihrer
Großmastanlage. Wie gestern bekannt wurde, aber nicht mehr so groß wie
geplant: Statt knapp 100.000 Schweinen soll nun "nur" eine Baugenehmigung für
Stallungen von 20.000 Mastplätzen und für 7500 Sauen
beantragt werden. Vorerst, denn einen zukünftigen Ausbau will derzeit niemand
ausschließen. Anwohner und auch Naturschützer haben Zweifel, dass so
viel Schweineproduktion ohne Auswirkung auf das Umland bleibt. Das ist in
Allstedt nicht anders als in Zerbst und Mahlwinkel. Überall machen
Gemeinderäte und Bürgerinitiativen gegen die Pläne mobil. Befürchtet werden
Geruchsbelästigungen durch Güllemassen,
Umweltschädigungen der nahen Wälder durch Ammoniakdämpfe und Verkehrsprobleme
durch Tiertransporte. Befürworter führen dagegen die
Schaffung von Arbeitsplätzen ins
Feld - die Angabe der Menge von Arbeitsplätzen in so einer
100.000-Schweine-Anlage schwankt zwischen
höchstens 20 (Kritiker) bis weit mehr als 100 (Befürworter).
Größter Fürsprecher
(...) ist Helmut Rehhahn, von 1994 bis 1996 Landwirtschaftsminister in der
damaligen Höppner-Regierung.
Heute arbeitet Rehhahn als Unternehmerberater. Er vertritt
die Nooren-Brüder in Allstedt und den holländischen Landwirt Henri van Gennip,
der das Projekt
Mahlwinkel vorantreibt. Rehhahn: "Für Zerbst sind wir ebenfalls mit
holländischen Investoren im Gespräch. Aber das ist noch Zukunftsmusik. In
Mahlwinkel sind die Bedingungen am besten.
Dort rechne ich in den nächsten zwei Jahren fest mit einer Genehmigung". Hier
geht es um 81.500 Tiere
auf der ehemaligen Hauptlandebahn. Dies wäre dann der größte Schweinestall
Europas. Vorgesehen sind Aufzucht und Mast. Gülle soll mit einer
Biogasanlage behandelt werden. 30 Millionen Euro Investitionssumme werden
versprochen. In allen drei Fällen soll auf alten Militärflughäfen gebaut
werden. Warum? Rehhahn: "Diese
Flächen liegen abgelegen von Siedlungen. Die alten Landebahnen versiegeln den
Boden. Und seit der Wende
sind die meisten Versuche von Gewerbeansiedlungen auf diesen Flächen
gescheitert". Darüber hinaus habe Sachsen-Anhalt einen
Nachholbedarf beim Schweinefleisch. Nur 60 Prozent des Bedarfs werde durch die
Produktion gedeckt. Auch kann man durch die Schaffung eines
regionalen Kreislaufs (Tausch von Gülle und Getreide)
mit großen Anlagen das Getreide der Altmark veredeln. "Im Moment fahren die Lkw Getreide nach Holland
und kommen mit Hühnermist zurück - wenig sinnvoll, wie ich finde", so Rehhahn.
Auf dem 1600 Hektar großen
Flughafengelände von Mahlwinkel - etwa drei Kilometer Luftlinie vom Ort - lebten
vor der Wende knapp 20.000 sowjetische Soldaten. 500 Hektar
davon besitzt van Gennip. Im Januar 2005 hat er gekauft. Im Grundbuch steht er
aber noch nicht.
Die Gemeinde geht
dagegen vor, sie macht ihr Vorkaufsrecht geltend - und scheiterte damit bei der
Kommunalaufsicht und beim
Landesverwaltungsamt. Derzeit klagt die Gemeinde gegen diese Entscheidung.
Mahlwinkels Bürgermeisterin Karin Osterland: "Eine
Schweineindustrie dieser Größe will hier kein Mensch". Und die Handvoll
Mitarbeiter, die dort zum Knöpfchen drücken eingestellt werden soll, würden
den Arbeitsmarkt auch nicht beleben.
Osterland: "Wir haben auch ein Anrecht auf eine lebenswerte Umwelt.
Gestank und zerfahrene Straßen gehören nicht dazu". Die Gemeinde Mahlwinkel will
die Schweinemastanlage in jedem Fall verhindern, um dort ausschließlich
Windkraft
zuzulassen. Mit der Firma "Bunte" gibt es auch einen Verbündeten aus der
Windparkbrache. Osterland verweist auf den kurz vor der
Verabschiedung stehenden neuen Status des Geländes als
Windkrafteignungsgebiet.
Eckard Groß,
Geschäftsführer des zuständigen Regionalplanungsausschusses: " Das ist zwar
richtig. Aber aus raumplanerischer Sicht steht einer
Ansiedlung von Gewerbe zwischen den Windrädern nichts im Wege". Windkraft und
Schweineanlage schließen sich also nicht aus. Bliebe noch ein
Bebauungsplan der Gemeinde. Den kündigt Osterland
für 2006 an - ohne ausgewiesene Flächen für Schweineställe, versteht sich. Der Investor müsste dann
eine Baugenehmigung auf dem Klageweg durchsetzen. Mit Erfolg? Eine
Baugenehmigung für Schweineställe in einem Windpark
auf Ödland nach allen gültigen Naturschutz- und Emmissionsschutzrichtlinien, auf
versiegeltem Grund (Betonpiste), fernab von
Wohnsiedlungen. Rehhahn: "Dies dürfte eine lösbare
Aufgabe sein".
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
28. September 2005: Land verkauft Areal
- Grundstück für
Mastanlage
Der Bau einer riesigen
Schweinemastanlage in Allstedt (Landkreis Sangerhausen) ist ein Stück näher
gerückt: Trotz Protesten von Tierschützern und
Anwohnern gegen das Projekt beschloss die Landesregierung gestern den Verkauf
des fraglichen Grundstücks an niederländische Investoren. Der
Kaufpreis für das 480 Hektar große Areal auf einem
früheren russischen Militärflugplatz beträgt 865.000 Euro, teilte das
Finanzministerium mit. Die Investoren
planen dort eine Anlage für 95.000 Schweine. Der Deutsche Tierschutzbund, andere
Organisationen und Anwohner befürchten, dass von
der Anlage große Gefahren für Tiere und Umwelt ausgehen.
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
28. Juli 2005: Geplant: neue Anlagen für Schweinehaltung
Drei Anlagen zur
Schweinehaltung sollen in und um die Gemeinde Bertkow (Landkreis Stendal)
entstehen. Die Planungen sehen eine Sauenzuchtanlage mit
8000 Plätzen, eine Ferkelaufzuchtanlage für 25.000 Tiere und eine Mastanlage für 48.000
Schweine vor.
Derzeit laufen die
Untersuchungen für eine Umweltverträglichkeitsstudie. Mit dem Baubeginn ist
frühestens im Sommer nächsten Jahres zu rechnen.
Investoren sind ein einheimischer Landwirt und ein holländischer Schweineproduzent, der bereits Anlagen in Gladau (Jerichower
Land) und
Binde (Landkreis Salzwedel) betreibt.
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
Kommentar: Was ist nur in diesem Land los? Überall werden Mastanlagen
aus dem Boden gestampft, diese Entwicklung ist unerträglich. Und niemand
denkt an das Leid der Tiere und an die Ethik, die allein schon gegen derartige
Vorhaben sprechen. Es ist unverständlich, dass diese
Investoren, vornehmlich aus den Niederlanden, hier auch noch mit offenen Armen
empfangen werden. Wir brauchen nicht noch mehr
Tierqualstätten, im Gegenteil, die
bestehenden müssen geschlossen und Massentierhaltung jeglicher Art abgeschafft
werden! Sonst versinkt
Sachsen-Anhalt irgendwann in der Gülle...
21. Juli 2005: Putenmast bei Roxförde
genehmigt
Das Landesverwaltungsamt
hat die Putenmastanlage zwischen Roxförde und Wannefeld genehmigt. Dort sollen 2
Anlagen mit jeweils 40.000
Putenplätzen entstehen. Antragsteller ist die Altmärkische Putenmast GmbH & Co.
KG mit Sitz in Garrel bei Bremen. Die Gemeinde Roxförde hatte
gerichtlich versucht, die Genehmigung zu verhindern. Ob sie
weitere juristische Schritte einleiten wird, ist noch nicht sicher.
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
14. Juni 2005: Holländer plant
Schweinemast
Harrie van Gennip hat
von dem ehemaligen Militärflugplatz Mahlwinkel 500 Hektar gekauft. Der Holländer
plant, auf einer sieben Hektar großen Fläche
eine Schweinemastanlage für 81.000 Tiere und eine Bioethanolanlage zu bauen. Mit
einer Investition in Höhe von 40 Millionen Euro sollen rund 80
Arbeitsplätze entstehen. Die Gemeinderäte Mahlwinkel und Cobbel sind (...) gegen dieses Bauvorhaben.
Quelle: Stendaler
Volksstimme
12. Dezember 2004: Eine ganze Region wachgerüttelt - Protest
gegen Schweinefabrik in Allstedt
Die geplante
Schweinefabrik auf dem Flugplatz hat eine Region wachgerüttelt. Unsere
Bevölkerung ist empört über die Skrupellosigkeit, hier mitten im Ziegelrodaer Forst, unmittelbar an Naturschutzgebiete angrenzend,
eine Fabrik zu errichten, die der Natur, der Luft, dem Grundwasser, dem
Oberflächenwasser, dem Tierschutz, der Gesundheit, dem
Arbeitsmarkt, den Kommunen nicht nutzen wird. Im
Gegenteil: die zu erwartenden Schäden für Mensch und
Natur sind offensichtlich und immens. Ein Jahr intensiven Bürgerbegehrens liegt
hinter uns. Es ist Zeit, Rückschau zu halten
und allen Beteiligten Dank zu sagen. Was wurde erreicht: Hervorzuheben sind die Bürgerversammlungen in Lodersleben
und Allstedt und die
Kundgebung auf dem Allstedter Flugplatz. In diesen Veranstaltungen
wurde öffentlich und überzeugend mit der Bevölkerung unser Willen
bekundet. In zahlreichen Gesprächen mit verantwortlichen Landes- und
Kommunalpolitikern und in Schreiben an die zuständigen Minister sowie an das
Landesverwaltungsamt haben wir auf die Gefahren, Nachteile und Belästigungen
aufmerksam gemacht. Aus dem Echo verspüren wir, unser
Anliegen ist angekommen.
Inzwischen haben sich Tausende in unsere Unterschriftenlisten eingetragen. Die
Petitionen wurden dem Landtag
übergeben. Auf unsere Intervention hin wurde der Untersuchungsrahmen erweitert. Neben dem ohnehin
durchzuführenden
Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz wird
zunächst ein Raumordnungsverfahren vorgeschaltet. Letztlich zwingt dies dazu,
die Prüfungen
intensiver durchzuführen. Die
Unterstützung der Natur- und Umweltschutzverbände ist uns sicher. Großzügige
Unterstützungen von Sponsoren und
finanzielle Spenden aus der Bevölkerung versetzen uns in die Lage, den Kampf gegen die
"Mächtigen" aufzunehmen.
Quelle: Wochenspiegel
Sangerhausen
12. Juli 2004: 100.000 Schweine im "Stall": Protest gegen
geplante Großmastanlagen
Um
Schweinegroßmastanlagen, die in Sachsen-Anhalt von holländischen Investoren
errichtet werden sollen, ist ein heftiger Streit entbrannt. Gegen
die 100.000-Schweine-Komplexe laufen Anwohner, Umweltschützer und Bauern
gleichermaßen Sturm. Agrarministerin Wernicke verteidigt die
Investoren. Knapp 1000 Demonstranten
hatten sich kürzlich auf dem Gelände des Flugplatzes von Allstedt (Sangerhausen)
eingefunden, um
lautstark gegen die Pläne der "Biopark Saubach" GbR zu demonstrieren. Das Unternehmen, hinter dem
die holländischen Investoren Jos und Sjaak Nooren stehen, will eine Großschweinemastanlage bauen, in der etwa 100.000
Schweine stehen. Da ein Schwein in der Regel 4 Monate gemästet wird,
würde diese Anlage auf eine jährliche Schlachtkapazität von etwa 300.000 Tieren
kommen. Mehrere Hallen, die größten auf einer Fläche von 3
Fußballfeldern, sind auf einem von Wald umgebenen Terrain geplant. Die Gülle soll
an Landwirte weitergereicht werden, die das übel riechende Gebräu im Umkreis von
25 km ausbringen wollen. Bernd Brix, in
Allstedt Vorsitzender einer Bürgerinitiative, fasst die Bedenken der Anwohner
zusammen:" Die Größe der Anlage bedroht das Ökosystem. Die aus den Hallen direkt
aufsteigenden Ammoniak-Dämpfe werden den umliegenden Wald schädigen. Weiter werden
negative Auswirkungen auf das Grundwasser befürchtet." Die unweit der Anlage
fließende Querne speist den
zukünftig entstehenden Salzigen See. Befürchtet wird ein Schadstoffzufluss in
diesen See. Noch befindet sich dieses Projekt in der Planungsphase. Rein genehmigungstechnisch ist die Ansiedlung
nicht zu verhindern, wenn alle Auflagen
erfüllt werden. Nötig wäre allerdings ein Ankauf von Flächen, die dem
Land gehören. Würde dies vom Land abgelehnt, könnte die
Ansiedlung verhindert werden. Brix: "Die Angaben über die Arbeitsplätze, die dort
entstehen sollen, schwanken zwischen 30 und
100. Also nicht besonders viel. Die Frage ist doch, wie viel Arbeitsplätze im Fremdenverkehr durch diesen Bau vernichtet
werden." Mit der Himmelsscheibe von Nebra, dem Rosarium in Sangerhausen
oder der Entstehung des Salzigen Sees bei
Seeburg beginne sich die Region gerade in diesem Bereich positiv zu entwickeln. "Eine
Schweinemastanlage dieser Dimension wäre
völlig kontraproduktiv für die Region." Ralf-Peter Weber, Leiter
der Arbeitsgruppe Landwirtschaft beim BUND Sachsen-Anhalt, teilt die
Befürchtungen. "Die
Emission wird zum Beispiel nur an der Anlage selbst geprüft. Die Gülle - es wird
mit 125.000 Kubikmeter pro Jahr gerechnet - wird aber dort
nicht
gelagert, sondern dezentral auf landwirtschaftliche Betriebe verteilt." Deren Gülle-Tanks
brauchen, so Weber, lediglich eine baurechtliche
Genehmigung, aber kein Emissionsgutachten. Die Großanlage in Allstedt folgt
einem allgemeinen Trend zu Schweinegroßmastanlagen in
Sachsen-Anhalt. Entsprechende Vorhaben gibt es auch im
"Ökologischen Agrar- und Biopark" Zerbst und in Mahlwinkel (Ohrekreis).
Auch diese Projekte stoßen in der Bevölkerung auf
erhebliche Widerstände. Eine Schweinemastanlage entstand kürzlich in Dalldorf (Bördekreis)
mit
angeschlossener Ferkelzuchtanlage in Schneidlingen (Aschersleben-Staßfurt),
Kapazität hier: 30.000 Schweine pro Jahr. Der generelle Trend ist: Weniger
Betriebe im Land halten mehr Schweine. 57 % aller
Schweine, so die Statistik für 2003, stehen in Betrieben mit mehr als 5000
Tieren. Die geplanten
Großmastanlagen begrüßt Ministerin Petra Wernicke (CDU) ausdrücklich, weil sie
Arbeitsplätze schaffen. Hinsichtlich der Proteste in der
Bevölkerung appellierte die Ministerin an die Investoren, "mit Augenmaß" an Bau und
Betrieb der Anlagen heranzugehen.
Quelle: Magdeburger
Volksstimme
27. Juni 2004: Protestaktion gegen Schweinemastanlage
Rund 1000 Anwohner des
früheren Militärflughafens Allstedt im Kreis Sangerhausen haben am Sonnabend
gegen eine geplante Schweinemastanlage auf dem
Gelände protestiert. Zu der Aktion aufgerufen hatte Allstedts Bürgermeister. Die Mast-Gegner fürchten
durch die Anlage Umweltbelastungen, Geruchsbelästigung und Imageschäden. Die
niederländische Firma Nooren will auf dem Fluggelände ca. 100.000 Tiere halten.
Dem Umweltschutzbund NABU
zufolge werden in den Niederlanden Anlagen wie die geplante gar nicht mehr
genehmigt. Derzeit läuft ein Verfahren zur Prüfung der
Umweltverträglichkeit.
Quelle: MDR-Videotext
20. April 2004: "Schweineboom" im
Osten: Neue Dimension in der Massentierhaltung
Nutztierhaltung der Superlative: In Deutschlands Osten erhält der Begriff
Massentierhaltung eine neue, schauerliche Dimension. Bei Haßleben und Allstedt
sind Stallanlagen in bisher nicht gekannten Größenordungen in Planung. Zwischen
84.000 bis knapp 100.000 Schweine sollen in den beiden
Gemeinden in Brandenburg
und Sachsen-Anhalt zusammengepfercht werden. Niederländische
Investoren planen diesen "modernen"
Lebensraum für die Tiere auf einem umgewandelten Flugplatz bzw. dem Gelände
einer ehemaligen DDR-Altanlage. Wurden bisher schon
"Tierplatzzahlen" von einigen Tausend Schweinen als Herabwürdigung der Tiere zu
bloßen Rohstofflieferanten für Fleisch- und Wurstwaren
empfunden, können diese Zahlen nur noch Abscheu vor dem Umgang mit Tieren hervorrufen.
PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. und der BUND
Sachsen-Anhalt e.V. verurteilen die fortschreitende Distanzierung vom Tier
als Mitgeschöpf. Die Rechte von Tieren auf Erfüllung ihrer arteigenen
Bedürfnisse werden ignoriert, fühlende lebensfreudige Lebewesen zu
Produktionsfaktoren reduziert, die zu funktionieren haben. Statt auf Wiesen
zu spielen und nach Leckerbissen zu wühlen, vegetieren
intelligente Jungtiere Leib an Leib in dämmrigen Industriehallen bei
ausgeklügelter Mastfütterung stumpfsinnig werdend ihrem frühen Tod
entgegen. Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen - Anhalt
e.V.: "Während der Verbraucherwille klar hin zu
artgerechter Tierhaltung und ökologischer Landwirtschaft geht, werden in Sachsen
- Anhalt immer noch, auch gegen die Interessen der
Anwohnerinnen und Anwohner, umweltzerstörende Anlagen zur tierquälerischen
Massentierhaltung genehmigt." Die Ausrede, dass solche Anlagen
bei Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen genehmigt werden müssten, zähle längst nicht mehr, ergänzt PROVIEH-Vorsitzende Sandra Gulla, denn
"der Tierschutz ist mittlerweile als Staatsziel im Grundgesetz verankert."
Oliver Wendenkampf weiter: "Finanzielle
Förderungen müssen solchen Anlagen NICHT gewährt werden. Und ohne diese Förderung entsteht keine neue
Anlage in unserem Lande."
Der BUND Sachsen-Anhalt e.V. und PROVIEH - Verein gegen tierquälerische
Massentierhaltung e.V. weisen darauf hin, dass hinter jeder
einzelnen Nummer im Stall ein Tierschicksal steht. Tierfabriken dieser Größenordnung vernichten
außerdem durch den Konkurrenzdruck bäuerliche Existenzen. PROVIEH - Verein
gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. möchte im Genehmigungsverfahren als
Einwender aktiv
werden. Zur Finanzierung dieser
Absicht bittet der Verband um Spenden. Jeder noch so kleine Betrag ist
hilfreich.
Aktuelle Geschehnisse zu Allstedt und Haßleben sind im Internet abrufbar unter
www.provieh.de, Klick auf "AK-Stallbauten".
Weiterführendes Informationsmaterial ist erhältlich bei PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung,
Tel. 0431 248280, www.provieh.de,
info@provieh.de.
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