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OB-Kandidat stellt sich vor

Die Organisation des letzten Tier(heim)-Stammtisches im Jahr 2007 hatte dieses Mal unser

Landesverband in die Hand genommen. Da wir keinen eigenen Kandidaten zur Wahl um das Amt

des Oberbürgermeisters aufstellen werden, haben wir den Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen,

Olaf Meister, eingeladen, zu Themen wie Tierheim, Hundesteuer, Auslaufwiesen etc. Stellung zu

nehmen. Die Gäste erhofften sich, nicht nur den Politiker, sondern auch den Menschen Olaf Meister

und seine ganz persönliche Einstellung zu den tierischen Stadtbewohnern kennen lernen zu können.

 

Herr Meister hatte die Einladung gern angenommen und erschien dann auch pünktlich, gut gelaunt

und vorbereitet am 28. November im „E 3“.

 

Bereits bei Begrüßung stellte der Vorsitzende unseres LV, Herr Fassl, Themengebiete, die von

besonderem Interesse für unsere Partei sind, vor. Er äußerte sich zum nicht vorhandenen Vertrauen

in die OB-Kandidaten Trümper (SPD) und Schwenke (CDU) und machte deutlich, dass uns im

Kernbereich unserer Tätigkeit, des Tierschutzes, die Bündnisgrünen näher stünden.

 

Für uns waren nicht nur die Dauerthemen „Tierheim“, „Hundesteuererhöhung“ und „Rasseliste“ von

Interesse, sondern auch das Verhältnis zur Jägerschaft. So erinnerten Teilnehmer an den Vorfall

beim Hundesportverein Ottersleben, bei dem ein Jäger einen am Feld spielenden Hund anschoss und

die hochschwangere Halterin, die daneben lief, fast ihr Kind verloren hätte.

 

Ein krasser Vorfall wurde auch aus Beyendorf geschildert.

 

Herr Hopf (BI „Pro Tierheimneubau“) äußerte seine Bedenken zur „Ertüchtigung“ des alten Tierheims.

Er sieht in dem so genannten „Altenheim für Hunde“, das gleich neben dem TH entsteht und dessen

Existenz lt. Satzung nur dazu dient, Tiere aus dem TH zu übernehmen und bei Auflösung seine gesamten

finanziellen Mittel wiederum dem TH zu überlassen, eine illegale Erweiterung des Heims. Er wies auf die

Lärmbelästigung der Anwohner hin, meinte, ein TH nebst Anlage gehöre nicht in ein Wohngebiet und

fragte, warum die Vergrößerung der Zwinger nicht schon zehn Jahre zuvor in Angriff genommen wurde.

Man hätte den Tieren viel Leid ersparen können. Durch kosmetische Verschönerungen könnten auch

nicht die Grundprobleme verdeckt werden, denn auch heute noch müssen die Tiere nach Dienstschluss

und am Wochenende weggesperrt werden. Spätestens 1999 wusste auch der allerletzte Stadtrat, dass

dringend ein neues TH her muss, da das alte zu klein ist. Er könne auch nicht nachvollziehen, dass

die Personen, die zuvor am lautesten nach einem neuen Tierheim gerufen haben, nun das alte Heim

schönreden.

 

Herr Meister wies darauf hin, dass er hierfür der falsche Ansprechpartner sei, Herr Hopf solle sich an den

amtierenden Oberbürgermeister wenden. Er selbst sei auch der Meinung, dass hier Geld in ein Objekt

gesteckt werde, dass nicht zu halten sei. Er halte die Ausbesserungen für eine Fehlentscheidung, sie

seien keine Investition in die Zukunft. Im Stadtrat sei das Thema „durch“, man könne zwar Fragen

stellen, aber keine Mehrheiten finden. Herr Meister regte ein Bürgerbegehren an. 10.000 Unterschriften

beim Dauerbrenner „Tierheimneubau“ zu erhalten sei aus seiner Sicht durchaus im Bereich des Möglichen.

Auf jeden Fall sichere er seine Unterstützung zu.

 

Herr Hopf wird sich darüber Gedanken machen.

 

Erfreut zeigte sich Herr Hopf darüber, dass seitens der Grünen im Stadtrat eine Frage an die Verwaltung

hinsichtlich Todesfällen/Tiertötungen im Tierheim gestellt wurde. Immerhin existieren mehrere völlig

verschiedene Aussagen des Vet.-amtes (www.magdeburg.de, Forum „Kommunales…“, Brief an

Einwohnerin nach Anfrage im Stadtrat) und des ehemaligen TH-Leiters (Volksstimme). Herr Meister

sagte, es liege leider noch keine Antwort vor.

 

Auf Nachfrage von Frau Karl-Sy gab Herr Meister zu bedenken, dass nach Einführung der Hundesteuer

von bis zu 500,- Euro jährlich sicher einige der Tiere auf der Strecke blieben und im TH landen. Er hält

die Handhabung der Stadt für unglücklich – gefährliche Hunde welcher Rasse auch immer gehören nicht

in private Hände, das kann man auch nicht über die Steuer regeln. Diese Aussage deckt sich mit dem

von uns geforderten Gesetz zur Haltung von Hunden, das auf Landesebene eingeführt werden sollte

(aus unserer Sicht auch und vor allem zum Schutz der Tiere vor ungeeigneten Haltern).

 

Auch hinsichtlich Erlaubnis von Mitnahme eines vorhandenen Haustieres bei Einzug in ein

Seniorenheim, Vor- und Nachkontrollen bei Tiervermittlungen (Tierheim), Internetvermittlung (auch TH),

ehrenamtliche Helfer (Amtstierarzt am März-Stammtisch => wg. mangelndem Versicherungsschutz nicht

möglich), Haustierabschuss (Herr Barzik => geplatzte Jagdnovelle SPD/Grüne) und anderen gestellten

Fragen der Anwesenden deckten sich unsere Ansichten.

 

Weiterhin wurde über die beabsichtigte Anfrage von Herrn Tiedge im Stadtrat (Warum übergibt das

Vet.-amt eingefangene Nerze an eine Pelztier“farm“?), dem bisherigen Ausbleiben der Antwort auf eine

frühere Anfrage (Warum musste der Hund „A. J.“ vier Tage/Nächte angeschossen liegen bleiben?) und

über die Haltung von Vermietern zu Tierhaltung in Mietwohnungen gesprochen.

 

Würde Herr Meister als Oberbürgermeister den städtischen Angestellten die Mitnahme ihres Hundes an den

Arbeitsplatz gestatten? Immerhin nehmen in Deutschland mittlerweile 1/3 der berufstätigen Hundehalter

ihr Tier mit in die Firma. Hier bekannte dann unser Gast, dass er selbst Hundehalter ist und das Tier

selbstverständlich mit in seine Kanzlei nehme.

 

Erfreulich auch, dass ein „OB Meister“ sich für mehr Auslaufwiesen einsetzen würde, was von jeher

eine unserer Forderungen ist. Einigkeit auch darin, dass in Gebieten mit dichter Bebauung nach

Lösungen gesucht werden muss, um ein friedliches Nebeneinander von Menschen mit und Menschen

ohne Tier zu ermöglichen.

 

 

   

Fotos: Bettina Fassl

 

Fazit:

 

In dem sachlichen und freundlichen Gespräch ging der OB-Kandidat in seinen Antworten detailliert auf

unsere Fragen ein. Es zeigte sich, dass er die Thematik kennt. Den Anwesenden wurde der Eindruck

vermittelt, dass sich der Kandidat persönlich für die angesprochenen Ziele des Tierschutzes einsetzen

will. Selbstnach dem offiziellen Ende der Veranstaltung nahm er sich noch Zeit, in Einzelgesprächen auf

Anliegen der Bürger/innen einzugehen.

 

Der gute Eindruck, den wir gewonnen hatten, wird auch dadurch bestärkt, dass die Stadtratsfraktion der

Grünen die Anregung aufgenommen hat und im Stadtrat Anfragen zum Thema „Tierheim“ stellte. Dies,

wie uns Herr Meister erklärte, als Folge eines kürzlichen Treffens von Vertretern unseres LV mit Herrn

Gerrit M. Albrecht, Vorstandsmitglied des KV Magdeburger Bündnis 90/Grüne.

 

Zwischenzeitlich erfolgte eine weitere Anfrage, die sich aus dem Gespräch des Tier(heim)-Stammtisches

am 28. November 2007 ergab: Es soll überprüft werden, ob Spenden für das Tierheim diesem tatsächlich

zugute kommen.

 

Zusammenfassend kann den Magdeburger Parteimitgliedern und -freunden durchaus nahe gelegt werden,

bei der Oberbürgermeisterwahl den Kandidaten Olaf Meister (Bündnis90/Grüne) zu unterstützen. Als am

politischen Geschehen interessierte Bürger/innen ist es uns ein Anliegen, die Möglichkeit der Wahl zu nutzen,

auch wenn kein Vertreter aus den eigenen Reihen auf dem Stimmzettel steht. Eine nicht abgegebene

Stimme ist eine verlorene Stimme und wenn auch eingeschätzt wird, dass Amtsinhaber Dr. Trümper

uns weitere sieben Jahre als Oberbürgermeister beglücken wird, so sollten wir doch die Chance nutzen, mit

einem möglichst hohen Wahlergebnis des uns näher stehenden Kandidaten der Bündnisgrünen ein Zeichen

für eine tierfreundliche Stadt zu setzen.

 

Bettina Fassl für den LV, 10.12.2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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