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16./17.02.2010: Steuerdebatte in Calbe - Stellungnahme unseres LV
Unter
dem Titel "Sollen Kampfhunde-Halter in Calbe höhere Steuern zahlen?" berichtet
die Schönebecker Volksstimme von einem ängstlichen
Stadtrat, der eine Übermacht so genannter Kampfhunde fürchtet und ihr mit der
altbackenen Forderung nach hohen Steuern begegnen will:
"Es
sind Hunderassen, bei denen manch einer schon beim bloßen Klang der Namen eine
Gänsehaut bekommt: Staffordshire Bullterrier, American
Staffordshire Terrier, American Pit Bull Terrier und Bullterrier. Tiere dieser
Rassen sowie Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Rassen
zählen zu den Kampfhunden. In den vergangenen Monaten gab es landesweit
Diskussionen über das im März vergangenen Jahres eingeführte "Hundegesetz", das
alle Halter der ab diesem Zeitpunkt geborenen Hunde dazu verpflichtet, ihren
Lieblingen einen Transponder (Mikrochip) als
Kennzeichnung zu verpassen. Für "gefährliche Hunde" ist zudem ein
kostenintensiver Wesenstest vorgeschrieben. Halter benötigen für diese Rassen eine
Erlaubnis zum Halten und Führen.
Nun
stand die kontrovers diskutierte Kampfhunde-Thematik auch auf der Tagesordnung
der vergangenen Stadtratssitzung. Ausgangspunkt war die
Änderung der Hundesteuersatzung für die Rolandstadt. "Kampfhunde sollten in
der neuen Satzung extra mit aufgeführt werden", sprach sich Dieter
Bollmann im Namen der Fraktion Unabhängig für Calbe (UfC) aus. Von ihr lag ein
Antrag vor, der eine deutlich höhere Besteuerung von Kampfhunden im
Vergleich zu ihren "friedlichen" Artgenossen vorsah.
Fraktionskollege Gerhard Denkert hatte sich bereits im Finanzausschuss
vehement für eine Extra-Besteuerung von Kampfhunden eingesetzt. Er sieht die
Maßnahme vor allem unter präventiven Gesichtspunkten und zieht zur Begründung
eigene Erfahrungen heran. "Auf offener Straße ist mir ein
Angetrunkener mit einem Kampfhund entgegengekommen. Ich musste in eine
Telefonzelle flüchten." Ordnungsamtsleiter Rainer Schulze hält eine
solche Satzungsänderung für unangemessen und gab Denkert den Ratschlag:
"Hätten sie sich lieber ins Ordnungsamt gefürchtet und den Vorfall
gemeldet." Laut Schulze sind in Calbe derzeit fünf gefährliche Hunde offiziell
registriert. "Selbst wenn es acht oder neun sein sollten, wären auch das
noch verhältnismäßig wenige. Dafür ist eine rechtssichere Satzungsänderung
einfach unzweckmäßig". CDU/FDP-Fraktionschef Alexander Sieche
pflichtete bei: "Wir haben in Calbe kein Kampfhundeproblem." Calbes SPD-Chef
Mario Kannegießer sprach sich dagegen generell gegen eine
Hundesteuer aus. "Für mich ist sie ein Relikt aus alten Zeiten."
Die
Hundesteuersatzung wurde schließlich mehrheitlich in ihrer ursprünglich
vorgesehen Form verabschiedet. Calbenser Hundebesitzer müssen für ihren
Liebling ab kommenden März tiefer in die Tasche greifen. Demnach erhöhen sich
die jährlichen Beträge um jeweils zehn Euro. Für den ersten Hund
sind dann 50 Euro, für den zweiten 60 Euro, für den dritten und jeden weiteren
Hund jeweils 70 Euro abzuführen. Durch die Erhöhung wird für das
aktuelle Jahr mit Mehreinnahmen von rund 3130 Euro gerechnet. Ein Schreiben
der Kommunalaufsicht zur Haushaltssatzung 2009 und zur
Fortschreibung der Haushaltskonsolidierung ordnete diese Maßnahme an.
Quelle: Andreas Pinkert, Schönebecker Volksstimme vom 16.12.2010
In
seiner Stellungnahme vom 17.02.2010 informiert der Vorsitzende unseres
Landesverbandes:
"In der Landeshauptstadt
wurde die Frage, ob die so genannten Kampfhunde besonders besteuert werden
sollen, mit einem Antrag, der von der Fraktion
SPD-Tierschutzpartei-future! initiiert wurde, beantwortet. In Magdeburg gab es
eine erhöhte Kampfhundesteuer in Höhe von 500,- €/Jahr. Die Notwendigkeit für
diese besondere Besteuerung ist nach Ansicht der Mehrheit des Stadtrates am
01.03.2009 mit Einführung des Gesetzes gegen gefährliche Hunde
weggefallen. Auf der Straße findet man nach diesem Gesetz nur noch Hunde, deren
wegen der Rasse vermutete Gefährlichkeit durch einen positiv
ausgefallenen Wesenstest widerlegt ist. Mithin musste auch der Stadtrat Denkert
nicht vor Angst in eine Telefonzelle flüchten. Manchmal kann die Kenntnis
der Gesetze doch auch praktisch hilfreich sein…
Besonders furchtsamen
Stadträten empfehlen wir eine Anmeldung zum „Angsthasen-Seminar“, dessen Konzept
derzeit im Tierschutzzentrum Magdeburg erarbeitet wird.
Ziel dieses Seminars wird sein, unbegründete Ängste durch Sachkunde abzubauen
und so mehr Lebensqualität gewonnen wird. Aufklärung ist noch
immer der bessere Weg als der Griff in die Taschen unbescholtener Bürger/innen,
die durch ein, zwei Negativ-Beispiele, die sicher auch in Calbe zu
finden sind, in Sippenhaft genommen würden."
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