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20./21.05.2010: Die lieben Mitmenschen...
Herr, lass Hirn vom Himmel regnen, möchte man bei den "Geistesblitzen" manch lieben Mitbürgers ausrufen.
Passend zum immer wieder gern genommenen Dauerthema "böser Hund" suchte sich ein liebenswürdiger Zeitgenosse namens Johannes Richter einen Uralt-Artikel aus der "Magdeburgischen Zeitung" vom 17.11.1796(!) heraus, der in ihm die Sehnsucht nach mehr "Biss" der Ordnungshüter in der Gegenwart hervorrief. Seine literarische Glanzleistung machte dann auch die Volksstimme prompt am 20.05.2010 der Öffentlichkeit zugänglich, sie sich nun ratlos fragte, wie man den vergangenheitsliebenden Herrn schnellstmöglich ohne Rückticket in das 18. Jahrhundert verbringen könne... (Unsere Stellungnahme dazu lesen Sie ganz unten):
Stellungnahme unseres Landesverbandes:
"Der Leser wünscht dem Ordnungsamt mehr „Biss“ zur Lösung eines angeblichen Problems mit freilaufenden Hunden nach den Methoden der Scharfrichter im Jahr 1796. Diese Meinung zeigt - leider wohl nicht in einem Einzelfall – dass bei manchen Mitmenschen in Bezug auf Tiere Rechtsverständnis und Moral seit 200 Jahren stehen geblieben sind. Seit dieser Zeit haben sich aber die Gesellschaft und die Rechts-vorstellung – wir meinen, zum Guten – weiterentwickelt. Königsherrschaft und Leibeigenschaft wurden abgeschafft, ebenso die Sklaverei in Amerika, und – man staune - selbst die Frauen erhielten inzwischen das Wahlrecht. Am 01.01.1987 wurde das Tierschutzgesetz eingeführt zum Zweck, „… aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Im Jahr 2002 wurde der Schutz – auch der individuelle Schutz - der Tiere auch in Art. 20 a in das Grundgesetz als Staatszielbestimmung aufgenommen. Soweit - für den vergangenheitsliebenden Leser - der neueste Stand.
Es ist schon bezeichnend, dass all diese Vorgänge an manchen Personen scheinbar spurlos vorüber gegangen sind. Wollen wir konsequent die Rolle rückwärts, dann bauen wir doch in die Stadtmitte eine Kirchenkopie und davor einen Pranger für böse Hundehalter. Und für die Randalierer, Steinewerfer und Graffiti-Schmierer, die allesamt sicher vom Teufel besessen sind, führen wir die Hexenverbrennung wieder ein…
Will der Leser wirklich in so einer Welt leben??
Mit freundlichen Grüßen
Bettina Fassl Vorstandsmitglied des LV Sachsen-Anhalt"
(ersch. in der Vst. vom 21.05.2010 in leicht gekürzter Fassung)
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