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Zoo tötet Tigerbabys
Meldung: "Umstrittene Entscheidung im Magdeburger Tierpark - Zoo tötete
Tigerbabys, weil sie
nicht reinrassig waren"

Im
Magdeburger Zoo sind gestern frisch geborene Jungtiere einer Sibirischen
Tigerkatze
eingeschläfert worden. Wie viel Tiere genau, wurde nicht gesagt. Wie
die Sprecherin des Zoos,
Regina Jembere,
mitteilte, sei die Tötung notwendig geworden, weil sich die Zucht als nicht
reinrassig herausgestellt hatte. "Dies
wurde uns erst im Februar von der Londoner Koordinierungsstelle
des
europäischen Zuchtprogramms für Sibirische Tiger mitgeteilt", so Jembere.
Eine genetische Untersuchung habe ergeben, dass der Magdeburger Kater entgegen
ersten Annahmen
nicht
reinrassig sei. Einer seiner Vorfahren sei ein Sumatra-Tiger. Im Europäischen
Zuchtprogramm sind
260
Tiere in 95 Zoos registriert. Insgesamt 31 Tiger seien im Rahmen der
Erbgut-Untersuchung als
nicht
reinrassig identifiziert worden.

Die
Mutterkatze war bereits seit Januar dieses Jahres trächtig. Eine Abtreibung
sei mit Blick auf ihre
Gesundheit nicht möglich gewesen. Die Tiere leben zu
lassen und später an Zirkus-Unternehmen oder
Tierhändler abzugeben, habe der
Zoo "nicht als Option angesehen".
Das Tigerpaar war vom Magdeburger Zoo 2006 mit dem Ziel angeschafft worden,
die bedrohte
Großkatzenart zu züchten. Katze " Kolina " stammt aus dem
Zoo Hannover. Kater " Taskan " kam aus
dem Tierpark Hagenbeck
in Hamburg. Er darf nun an keinem Zuchtprogramm mehr teilnehmen. Was mit
dem Kater
weiter passiert, ist bislang unklar.
Die Entscheidung, die Jungtiere nach der Geburt einzuschläfern, sei dem Zoo
nicht leicht gefallen.
"Aber
die Zucht reinerbiger Tiere vor allem bei hoch
bedrohten Arten ist das oberste Ziel Zoologischer
Gärten", so Jembere.
Mischlinge blockierten den eingeschränkten Platz, der für die Erhaltungszucht
gebraucht werde.
Die Tierschutzorganisation "World Wide Fund For Nature" (WWF) sieht die
Tötungen der Tiere in Magdeburg
kritisch. "Dem Zoobesucher wäre es egal gewesen, wenn die Tiger nicht ganz
reinrassig gewesen wären ",
so WWF-Sprecher Jörn Ehlers. Der Zoo habe aber offenbar größere Priorität auf
seine Zuchterfolge gelegt.
Dies verwundere insofern, weil sich Tiger in Gefangenschaft relativ gut
züchten lassen. Solche Züchtungen
seien aber " nur eine B-Lösung", so Ehlers. Zoo-Tiger ließen sich nicht
auswildern, seien also kein Gewinn
für die Tierart in der Wildnis. Ehlers : "Der Sibirische Tiger ist nicht
bedroht, weil er sich nicht genügend
vermehrt, sondern weil sein Lebensraum zerstört wird."
Quelle: Volksstimme, Oliver Schlicht, vom 06.05.2008
Mit der
Tötung der Tigerbabys in Magdeburg wird die Einrichtung „Zoo“ generell in Frage
gestellt.
Wenn der
Staat mit Zoologischen Gärten Einrichtungen zulässt, in denen Tiere auf
Lebenszeit
gefangen
gehalten werden, so ist er auch moralisch verpflichtet, für die Tiere, die nicht
ins
Raster
passen, einen Platz zum Leben sicherzustellen, auch wenn dies mit Kosten
verbunden ist.
Kein
privater Tierhalter darf ein Leben auslöschen, wenn es nicht reinrassig ist.
Kein Züchter,
dessen
Hündin von einem Mischling gedeckt wurde,
darf deshalb die Welpen töten.
Die
Entscheidung des Magdeburger Zoos werden sicher die wenigsten Besucher verstehen
oder
billigen
können. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es
keine
andere Lösung gegeben haben
soll.
Wir fordern eine
Untersuchung des skandalösen Vorgehens!
Es ist
eine Schande für die Spezies „Mensch“, dass Lebewesen, die einen Platz
„blockieren“, allein
aus
organisatorischen Gründen getötet werden dürfen. Hier bedarf es dringend einer
gesetzlichen
Regelung.
Mehrere Tierfreunde haben
Strafantrag gestellt.
Wer noch einen Fuß in diese Einrichtung setzt,
unterstützt mit seinem Eintrittsgeld die
lebensverachtende Leitung des
Magdeburger Zoos. Wer sich hier aufschwingt, über lebenswert und
nicht lebenswert zu entscheiden, dessen
Selektionsprogramm muss man nicht noch mit
Eintrittsgeldern unterstützen! Andere
Möglichkeiten hat der gemeine Tierschützer derzeit leider
noch nicht.
Im Rahmen der Einwohnerfragestunde werden
Mitglieder unseres LV Aufklärung fordern. Wer sich
dem anschließen möchte, melde sich bitte in unserer Geschäftsstelle.
LV Sachsen-Anhalt am 06.05.2008
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